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24.05.2012
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Mein Denkmal und ich.

Aus Backsteinen gemauert ist der 1859 aufgestellte Bildstock.

Mein Denkmal und ich (170)

"Diese Drei sind eins"

Rhede. An der Kreuzung Barloer Straße/Heilig-Geist-Straße in der Rheder Bauerschaft Vardingholt befindet sich am Rand des Hofs Ketteler ein Bildstock, der auf den ersten Blick wie viele andere in der Münsterländer Parklandschaft aussieht: Feldbrandsteine, ein verputzter Sockel und ein stabiles Gitter. Das Besondere ist, was das Gitter leicht verbirgt: eine Taube, das Symbol des Heiligen Geistes. Holzgeschnitzt und in einer Strahlengloriole stürzt sich kopfunter der Heilige Geist in diese Welt, um in seiner Kirche zu wirken.

Eine Tafel ist am Sockel angebracht, die nach dem Wort des Evangelisten Johannes verkündet: "Drei sind im Himmel, die Zeugnis geben, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und diese Drei sind eins" (Joh 5,7).

Ludger Ketteler, Rhede-Vardingholt.

Ein altes Verzeichnis datiert den Bildstock in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Errichtet wurde er von Wilhelm Ketteler. Lange ist diese Familie in Vardingholt nachweisbar. Erste schriftliche Zeugnisse aus dem Jahr 1256 verzeichnen den Namen Ketelerinc. Einer der Nachfahren, der erwähnte Wilhelm Ketteler, bewohnte ursprünglich einen anderen Hof in der Nähe. Als er diesen verlassen musste, siedelte er 1856 auf seine kleine Besitzung, damals Alt Rademacher genannt, um. Wenige Jahre später ließ er den Bildstock am Rand seiner Felder nach Rhede hin errichten. "Er wollte wohl, dass Gottes Beistand auch auf dem kleineren Gut nicht fehlte", vermutet Maria Ketteler, die sich mit Ehemann Ludger um den Hof und auch den Bildstock kümmert.

Mit seiner grünen Umgebung und den Blumen lädt das kleine Bauwerk zum Blick hinter die Gitterstäbe ein. "Meine Mutter hat erzählt, dass die Nachbarn früher zu Pfingsten einen geschmückten Kranz für den Gedenkstein anfertigten", sagt Ludger Ketteler. Diese Tradition gibt es schon länger nicht mehr. Aber es kommt noch heute vor, dass Radfahrer und Wanderer einen Blick ins Innere werfen. Und wer weiß, vielleicht erreicht der Heilige Geist in Gestalt der Taube ja auch die Autofahrer, die eilig in Richtung Barlo oder Rhede vorbeifahren.

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