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24.05.2012
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Katechese.

Die Vorbereitung auf die Erstkommunion bringt Kindern und Eltern den Glauben näher.

Erstkommunionvorbereitung ist Katechese für Kinder und Eltern

Den Glauben neu entdecken

Recklinghausen. Jedes Jahr finden Eltern nach der Vorbereitung ihrer Kinder zur Erstkommunion neu Kontakt zur Kirche. Diese Erfahrung macht Jürgen Quante, seit einem Jahr Propst von St. Peter in Recklinghausen und Kreisdechant.

Jürgen Quante stützt seine Erfahrungen vor allem auf die Zeit in der Gemeinde Marä Himmelfahrt in Ahaus. "Dort haben wir jedes Jahr 170 Kinder und ihre Eltern auf die Erstkommunion vorbereitet. Die Hälfte dieser Vorbereitung ist Katechese für die Kinder, die andere ist Reanimation des Christentums für die Eltern", sagt der 60-Jährige. So hatte er gemeinsam mit dem Pastoralreferenten und der Pastoralreferentin beispielsweise die Familien zu einem gemeinsamen Wochenende eingeladen. Rund ein Drittel der Familien nahm das Angebot an. "Wir haben ein Eltern- sowie ein Kinderprogramm zusammengestellt. Beim Elternprogramm haben wir gemeinsam das Buch 'Gott ist die Liebe' von Papst Benedikt gelesen", erzählt Quante. Keine einfache Literatur. Gemeinsam habe man über den Text gesprochen, ihn erklärt und Fragen beantwortet. "Darüber hat jemand seine Liebe zu Gott entdeckt. In dieser Deutlichkeit passiert es natürlich nicht jedes Jahr, aber es gibt mehrere Familien, die sich nach der Erstkommunionvorbereitung beispielsweise in Familiengottesdienstkreisen engagiert haben. Und dafür lohnt sich dann auch der hohe Aufwand", berichtet er.

Häufig höre er den Vorwurf, dass die Erstkommunion für viele Menschen heutzutage bestimmt sei von Äußerlichkeiten. "Aber hinter diesen verbergen sich Beweggründe, die wir nicht abprüfen können. Jeder hat seinen eigenen Zugang zum lieben Gott. Und das steht ihm zu", betont Quante. Jeder könne die geistliche und theologische Kompetenz des Vorbereitungsteams abfragen. "Die Eltern haben das Recht zu erfahren, was wir mit den Kindern machen. Sie wollen es wissen und sind mit hohem Interesse dabei", sagt er.

Die Erstkommunion sei das stärkste volkskirchliche Relikt, das in der Kirche vorhanden sei. "Wir erreichen alle gesellschaftlichen Schichten – vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Chefarzt. In den Gruppen sitzen lernbehinderte Kinder neben hochbegabten." In der Gemeinde richten sich unterschiedlichen Angebote an unterschiedliche Zielgruppen. "Und in der Erstkommunionvorbereitung müssen wir prüfen, ob alle erreicht werden und wir zu allen einen Zugang finden. Wir müssen die gleiche Sprache sprechen, damit die Menschen darüber einen Zugang zum Wort Gottes finden."

In seiner Arbeit stellt Quante fest, dass die Menschen zunehmend zu Suchenden würden. Denn in der heutigen Gesellschaft herrsche verstärkt eine Desorientierung. Allerdings habe er kein Modell, wie man die Suchenden zu Gott finden lasse. "Wichtig ist es, dass ich als Pfarrer als geistlicher Mensch wahrgenommen werde. Dass die Menschen merken, dass wir etwas zu sagen haben, und dass man uns und der Gemeinde den Glauben glaubt", betont Quante. Ein erfolgreiches Beispiel der Glaubwürdigkeit sei die Gastkirche in Recklinghausen und damit verbunden ihr langjähriger und kürzlich emeritierte Rektor Bernhard Lübbering. "Ihm glauben die Menschen seinen Glauben. In der Gastkirche, die jeden aufnimmt und in der jeder wichtig genommen wird, gibt es zum Beispiel Erwachsenentaufen und -firmungen."

In der Propsteigemeinde werden in diesem Jahr acht Kinder das erste Mal die heilige Kommunion empfangen. Im vergangenen Jahr gab es keine Erstkommunionkinder. "Wir sind eine Innenstadtgemeinde und haben keine Grundschule", nennt Quante einen Grund. Aber in den Bezirken der zwei Gemeinden St. Markus und St. Elisabeth, mit denen St. Peter neben der Speckhorner Gemeinde Heilige Familie zusammenarbeitet, gebe es zwei kommunale Grundschulen.

17 Kinder aus dem Pfarrgebiet von St. Peter lernen dort. Sie wurden von Quante besucht. In St. Markus und St. Elisabeth gibt es seit vielen Jahren die Tradition, dass alle Kinder, die zur Erstkommunion kommen, von einem Hauptamtlichen besucht und über die Vorbereitungen informiert werden.

"Das ist hier möglich, weil es nicht so viele Familien sind. Aber die alte Forderung, zu den Menschen zu gehen, füllen wir in diesem Augenblick mit Leben. Die Erstkommunion ist kein Selbstläufer", ist sich Quante sicher. Acht der 17 Familien haben sich in diesem Jahr entschieden, ihre Erstkommunion in St. Peter zu feiern.

Erstkommunionvorbereitung sei teilweise auch Fernstehenden-Pastoral. "Wir müssen nicht fragen, wie kommen wir an die Menschen heran. In diesem Moment kommen sie zu uns und engagieren sich auch – allerdings in vielen Fällen ohne Nachhaltigkeit. Und das kann uns leid tun."

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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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