
Mit drei symbolischen Hammerschlägen öffnete Nuntius Périsset das Pilgerportal.
Nuntius Jean-Claude Périsset eröffnet Kevelaerer Wallfahrt
"Maria ist der sicherste Weg zu Christus"
Kevelaer. Maria ist der sicherste Weg zu Christus. Das hat der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, den mehr als 2.000 Gläubigen zur Wallfahrtseröffnung in Kevelaer am Freitag (01.05.2009) zugerufen. "Tut alles, was er sagt", sei Marias im Evangelium überlieferte Aufforderung. Wer wie Maria an Christus glaube, gelange rasch und sicher zu ihm.
In seiner Predigt in der Pax-Christi-Kapelle hob Périsset die drei Charismen von Kevelaer hervor: das Kreuz an der Wegekreuzung, das Bildnis und das Pilgerportal. An der Kreuzung der Handelsstraßen habe der Handelsmann Hendrik Busmann ein Kreuz als Erinnerung an die Barmherzigkeit Gottes errichtet. Der in Antwerpen gefertigte Kupferstich beeindrucke immer wieder durch seine Unscheinbarkeit. Gott wirke mit geringen Mitteln, sagte Périsset. Eine künstlerische Vollkommenheit könne die göttliche Botschaft beeinträchtigen, meinte der Nuntius. In der Nähe des Hagelkreuzes sei die Kapelle errichtet worden, als Gruß an die Gottesmutter und Mittlerin, die den Menschen bis heute Trost spende.
"An jeder Kreuzung die richtige Richtung"
Das Pilgerportal stehe zeichenhaft für die Bekehrung, es sei an den Wendepunkten zu finden. "Ist es draußen kalt, wird es drinnen warm; draußen vor der Tür ist die hektische Welt, hinter der Tür die religiöse Stille", sagte Périsset. Maria führe die Gläubigen und die Kirche über die Schwelle zu ihrem Sohn auf dem Weg durch die Zeit, getreu der Botschaft Jesu: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. "Maria als Mutter Jesu und als Mutter der Kirche weist jedem von uns an jeder Kreuzung unseres Lebens die richtige Richtung."
Mit drei symbolischen Hammerschlägen und mit den auf Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten "Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser" hatte Périsset zuvor symbolisch das Pilgerportal geöffnet. Damit begann die 368. Wallfahrtszeit in der niederrheinischen Marienstadt, diesmal unter dem Leitgedanken "Ich weiß, wem ich glaube" (nach 2 Tim 1,12). Zur traditionellen Kolpingwallfahrt am ersten Wallfahrtstag waren wieder viele Kolpingsfamilien aus den Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn und den Niederlanden mit zahlreichen Bannern in die Marienbasilika eingezogen. Den weitesten Weg hatte die Kolpingsfamilie aus Teltow bei Berlin zurückzulegen.
Päpstlicher Segen
Ein besonderer Akzent ist 2009 das 125-jährige Jubiläum des Päpstlichen Segens. Leo XIII. hatte dem Pfarrer Josef von Ackeren am 10.05.1824 das Privileg erteilt, vier Mal im Jahr einen päpstlichen Segen spenden zu dürfen. "Seitdem haben viele Gläubige den Segen erhalten; das ist ein Brauch, den es nur in Kevelaer gibt", sagte Wallfahrtsrektor Domkapitular Stefan Zekorn. Weitere Höhepunkte der Wallfahrtszeit sind das 25-jährige Jubiläum der Motorradfahrerwallfahrt und die große Messdienerwallfahrt am 29.08.2009.
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Thomas Momsen
02.05.2009
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