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24.05.2012
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Mein Denkmal und ich.

Der Kranenburger Lebensbaum ist ein Werk von Bert Gerresheim.

Mein Denkmal und ich (162)

Ort der Ehre und der Trauer

Kranenburg. Auf den Weg gebracht hat den Kranenburger Lebensbaum der frühere Pfarrer Franz-Günter Aengenheyster. "Als Sohn des Niederrheins habe ich den Krieg bewusst erlebt", sagt der 1932 in Kevelaer geborene Geistliche. Sein Elternhaus sei zeitweise Kaserne, Offizierskasino und Lazarett gewesen. In den Nachkriegsjahren ist ihm bei Besuchen im niederländischen Befreiungsmuseum in Groesbeck aufgefallen, dass die Deutschen von dem Gedenken ausgenommen wurden. "Das hat mich gereizt, ein Mahnmal anzuregen, bei dem aller gedacht wird."

Mehr als vier Jahre hat Aengenheyster mit dem Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim über ein solches Mahnmal diskutiert, bis der Entwurf endlich stand. Auf dem alten Friedhof vor der Kranenburger Wallfahrtskirche hat Gerresheim einen Kalvarienberg errichtet, der gleichzeitig die zwölfte Station des unter dem damaligen Pfarrer Franz Demers errichteten Friedenskreuzwegs darstellt. 50 Jahre nach Kriegsende, am 8. Mai 1995, wurde das Mahnmal gesegnet.

Pfarrer Christoph Scholten, Kranenburg.

Das Kreuz, in Form des griechischen Buchstaben "Tau" dargestellt, beherrscht die Szene. Vor dem Kreuz steht ein Kartentisch aus Bronze. Darauf ist die niederrheinische Region dargestellt, auf der 35 Soldatenfriedhöfe jeweils mit einem Kreuz markiert sind. An diesen Orten wurden 65.000 Soldaten aus 15 Nationen beerdigt. Unter dem Kreuz sind Knochen, der Helm und die Feldflasche eines gefallenen deutschen Soldaten begraben. "Jedes Jahr gedenken wir hier grenzüberschreitend am 8. Mai des Kriegsendes", sagt der heutige Kranenburger Pfarrer Christoph Scholten.

Betrachtet er den Kalvarienberg, denkt er an das Hochgebet, in dem darum gebetet wird, dass die Liebe den Hass überwindet. "Dass wir das besonders an der Stelle tun, wo intensiv im Zweiten Weltkrieg gekämpft wurde, macht Sinn", sagt Scholten. Symbolisch kommt das auch in dem "Tau" zum Ausdruck, das an mehreren Stellen des Kalvarienbergs zu sehen ist und an den heiligen Franziskus und seinen Ausspruch "Pax et Bonum" (Frieden und Heil) erinnert.

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