
Bischof Felix Genn betete vor Beginn der Vesper in der Sterbekapelle des Ludgerusdomes. Die Überlieferung sagt, dass dort der heilige Liudger vor 1200 Jahren starb.
Willkommen für den neuen Bischof in Billerbeck
Felix Genn: "Es ist wirklich schön, Christ zu sein"
Bistum / Billerbeck. Mit einem Gebet am Sterbeort des Bistumsgründers Ludgerus in Billerbeck haben die Feiern zur Einführung von Bischof Felix Genn als neuem Bischof von Münster begonnen. Am Samstag (28.03.2009) wurde er dort von Dompropst Josef Alfers im Namen des Domkapitels und der Gläubigen "auf historischem Boden" begrüßt.
Danach wurde er von zahlreichen Gläubigen in feierlicher Prozession in den Ludgerusdom begleitet. Nach einem stillen Gebet Genns an dem Ort, wo der münstersche Bistumsgründer vor 1.200 Jahren starb, feierte Diözesan-Administrator Weihbischof Franz-Josef Overbeck die Vesper.
"Dass Sie mir Ihren Glauben schenken..."
Am Ende des Gottesdienstes sprach Bischof Genn zur Gemeinde: "Ich freue mich sehr zu spüren, dass Sie mir Ihren Glauben schenken. Und ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, durch das Wort des Evangeliums und durch meinen Hirtendienst, diesen Ihren Glauben zu stärken", erklärte Genn.
Der Bischof bat die Gläubigen, "dass wir dies zusammentun, damit dieses Fundament, das hier gelegt worden ist, auch so kräftig bleibt, dass es Zukunft hat". Es müsse darum gehen, dass Menschen heute und morgen glauben könnten, "dass die Botschaft des heiligen Ludgerus durch alle Zeiten wahr ist, dass Christus die Wahrheit, der Weg und das Leben ist".
Von der Zukunft des Glaubens in diesem Lande
Es ist nach den Worten Genns wichtig, dass der von Ludgerus verkündete Glauben auch heute und morgen bleibt. Er lud die Kinder und Jugendlichen ein, sich darauf einzulassen, "denn mit euch wird die Zukunft des Glaubens in unserem Lande weitergehen". Er wünschte ihnen Menschen, die zeigten: "Es ist wirklich schön, Christ zu sein. Und das stimmt auch noch. Das ist gut."
Der christliche Glaube verkündet einen Gott ist, "der stärker ist sogar als der Tod, und das ist wahrhaftig die stärkste Macht in unserem Leben, gegen die wir überhaupt nicht ankommen", wie Bischof Genn erläuterte. Der Bistumsgründer Ludgerus "hat Christus verkündet als das Leben, das von Gott kommt und das die Macht hat, den Tod zu besiegen".
Ein Anfang, der längst gelegt ist
Genn schloss seine Ansprache mit einem Appell: "Lasst uns anfangen, das möchte ich auch in dieser Stunde sagen, in der ich anfange mit einem Anfang, der längst gelegt ist. Lasst uns den Anfang, der hier gesetzt ist, weitergehen im Namen des Herrn." Die vielen hundert Gläubigen im Dom bedachten die Worte des neuen münsterschen Bischofs mit lang anhaltenden Applaus.
Bei seiner Begrüßung vor der Johanniskirche hatte Dompropst Alfers erklärt: "Als Bischof von Essen haben Sie sein Grab in der Abteikirche von Essen-Werden gehütet, heute dürfen Sie als sein 75. Nachfolger Ihren neuen Weg mit dem Vespergebet am Sterbeort des Heiligen beginnen. Die Pfarr- und Propsteigemeinde St. Johannes und St. Ludgerus und alle hier Anwesenden werden Sie dabei begleiten. Der heilige Liudger möge für Sie und Ihren Dienst und für uns alle im Bistum Münster ein treuer Fürsprecher sein."
In seiner Predigt erinnerte Diözesan-Administrator Overbeck an den 1200. Todestag des heiligen Liudger. Genn trete seinen Dienst an in der Tradition dieses ersten Apostelnachfolgers im Bistum Münster. "Der heilige Liudger hat diesen Dienst zu seiner Zeit, geprägt von der mönchischen Tradition, von Gebet, Bildung, Gründung von Missionsstädten und durch eine unermüdliche Tätigkeit von Evangelisierung und missionarischem Tun Gestalt gegeben", stellte der Weihbischof hera
Overbeck: Bischofsamt als Hirtendienst
Jede Zeit braucht nach den Worten Overbecks ihre eigene Verwirklichungsform des Bischofsamtes. Am Heiligen Liudger sei jedoch Maß zu nehmen. "Das Bischöfliche Amt ist auch heute Hirtendienst durch Gebet und Verkündigung, Gründung von lebendigen Zellen christlichen Lebens und Kircheseins, durch Evangelisierung und Mission." Auf diese Weise wolle Gott selbst für die Kirche und für alle Menschen sorgen.
Der scheidende Diözesan-Administrator wünschte dem 75. Nachfolger des heiligen Ludgerus: "Möge Gott ihn für seinen Hirtendienst reichlich segnen und stärken und uns alle gemeinsam mit ihm die Wege führen, die uns der Herr selbst zeigt, damit wir und alle Menschen immer mehr zu einem Leben in Fülle kommen, einer Fülle, die uns das Evangelium verheißt, das uns lebendig in Jesus Christus entgegentritt, indem Gott auf uns zukommt."
Viele hundert Gläubige
Viele hundert Gläubige aus Billerbeck und anderen Orten nahmen an der Vesper in Billerbeck teil. Es sangen der Propsteichor Billerbeck unter Leitung von Kantor Ludwig Wegesin und die Schola des Priesterseminars Borromaeum unter Leitung von Domkantorin Verena Lebschi.
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