
- Kleine Flamme mit großer Strahlkraft: das Friedenslicht.
Von Betlehem aus nach ganz Europa
Friedenslicht
Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) aus dem gesamten Bistum nehmen es bei den Aussendungsfeiern mit Laternen und Kerzen in Empfang und tragen es in die Gemeinden, in öffentliche Einrichtungen, Altenheime, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und in die Familien.
Die Initiative "Licht aus Betlehem" begann 1986 in Österreich und geht auf eine Initiative des oberösterreichischen Landesstudios des Österreichischen Rundfunks (ORF) zurück. Das Licht wurde zunächst in Österreich als Dankeschön an alle verteilt, die mit ihrer Spende die ORF-Aktion "Licht ins Dunkel" für behinderte und Not leidende junge Menschen unterstützten. Inzwischen hat sich das Friedenslicht in mehr als 25 europäischen Ländern zu einem neuen Weihnachtsbrauch entwickelt. Als Botschafter des Friedens soll das Licht aus Betlehem durch die Länder reisen und die Geburt Jesu verkünden. In den Jahren 1989 und 2000 wurde das Friedenslicht auch an Papst Johannes Paul II. überreicht. Im Jahr 2000 wurde es zu den UNO-Soldaten in den Kosovo gebracht.
Besonders die internationale Pfadfinderbewegung hat sich der Aktion Friedenslicht angenommen und sorgt dafür, dass es in den meisten europäischen Ländern verbreitet wird und seinen Weg sogar in die USA gefunden hat. In Deutschland engagieren sich neben der DPSG und der PSG auch der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und der Verband Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG).
Von 1986 bis 1999 hat ein Kind aus Österreich das Friedenslicht in der Geburtsgrotte in Betlehem angezündet. Im Jahr 2000 wurde das Friedenslicht wegen der politischen Lage in Israel erstmals nicht im Rahmen einer großen Pilgerreise geholt, sondern auf dem Flughafen von Tel Aviv an das Friedenslichtkind aus Österreich übergeben. 2001 haben zum ersten Mal Kinder aus Israel das Friedenslicht nach Österreich gebracht. Im Jahr 2002 wurde das Friedenslicht wieder in Betlehem abgeholt. Die sechsjährige Tochter einer christlich-arabischen Familie entzündete das leuchtende Weihnachtssymbol in der Geburtsgrotte.
Das Friedenslicht soll ein Zeichen der Hoffnung und ein Brückenschlag in den Nahen Osten sein. Es will die Menschen daran erinnern, sich für den Frieden einzusetzen. Als Zeichen der Hoffnung hat sich das Friedenslicht in wenigen Jahren von einer kleinen Flamme zu einem Lichtermeer ausgeweitet. So wie die kleine Flamme millionenfach von Kerze zu Kerze und von Hand zu Hand weiter gegeben wird, so soll auch der Friede von Mensch zu Mensch wachsen.
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Text: Almud Schricke | Foto: Michael Bönte
Januar 2009
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