
- Eine kostbare Monstranz mit dem "Leib Christi".
Verehrung des in einer Monstranz ausgesetzten Leibes Christi
Vierzigstündiges Gebet - Ewige Anbetung
Die Katholiken glauben, dass in der Messe Brot und Wein in den Leib und in das Blut Jesu verwandelt werden und Christus unter diesen "eucharistischen Gestalten" gegenwärtig ist. In der Anbetung verehren sie den in einer Monstranz ausgesetzten Leib Christi. Zwei Verehrungsformen - die "Ewige Anbetung" oder auch "Ewiges Gebet" sowie das "Vierzigstündige Gebet" - haben eine lange Tradition und werden auch heute noch gepflegt.
Das "Vierzigstündige Gebet" wurde seit 1553 besonders durch die Jesuiten verbreitet. Früher war es vor allem als Andacht in Notzeiten gedacht, später wurde es besonders während der Karnevalstage als Sühneandacht begangen. Die Anfänge dieser Gebetsübung liegen in der Verehrung der 40 Stunden dauernden Grabesruhe Christi in der Urkirche.
Mit der Verbreitung von Nachbildungen des heiligen Grabes wurde es seit dem 10. Jahrhundert vielfach üblich, darin bei der "Grablegung" am Karfreitag das heilige Sakrament als Gegenstand der Verehrung auszusetzen.
In der Feier des "Vierzigstündigen Gebetes" liegen die Ursprünge der "Ewigen Anbetung" (auch "Ewiges Gebet" genannt). Bereits im Mittelalter wurde die Eucharistie zur Anbetung ausgesetzt und verehrt. Im 16. Jahrhundert wurde der fast schon verfallene Brauch zum Protest gegen die reformatorische Abendmahlslehre, die im Gegensatz zur katholischen stand, wieder belebt: Das Vierzigstündige Gebet wurde von der Karwoche gelöst und zur selbständigen Andacht.
Papst Clemens VIII. schrieb 1592 in seiner Bulle "Graves et diuturnae" für alle römischen Kirchen eine fortdauernde - "ewige" - Anbetung vor. In vielen Diözesen wird die Ewige Anbetung gepflegt, indem im Jahreszyklus jeweils eine Pfarrei je einen Tag und (meist) ein Kloster je eine Nacht Anbetung halten. Im Lauf der Geschichte haben sich zahlreiche Bruderschaften und Ordensgemeinschaften dem Ziel der Ewigen Anbetung verschrieben.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
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