
- Die Haltung der Anbetung drängt nach Verleiblichung und zwar in der Form von Gesten.
Tun des Menschen und Handeln Gottes
Anbetung
"Wir sind gekommen um ihn anzubeten", sagen die Weisen aus dem Morgenland zu Herodes. Der XX. Weltjugendtag 2005 in Köln griff dieses Zitat aus dem Matthäusevangelium (Mt 2,2) auf. - Anbetung, was ist das eigentlich? Der Mensch im Staub und Gott als der allmächtige Herrscher? Warum sollten Christen anbeten?
Mit dem Begriff "Anbetung" ist eine besondere Form des Gebetes gemeint, welche alle Religionen kennen, die daran glauben, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Der christliche Glaube versteht Anbetung als ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und Mensch, also nicht nur als eine Haltung oder ein Tun des Menschen gegenüber Gott, sondern vor allem auch als ein Handeln Gottes am Menschen. Es ist ein Aspekt des Glaubens an den sich offenbarenden Gott.
Aufrichten des Menschen
Die Haltung der Anbetung drängt nach Verleiblichung und zwar in der Form von Gesten (Verbeugung oder Niederknien), Worten (Bitte, Danksagung, Lobpreis) oder Schweigen, erläutert der Theologe Josef Weismayer.
Die Anbetung Gottes ist "keine Demütigung des Menschen", sondern ein Aufrichten des Menschen, wie es der Jesuit Sebastian Painadath sagt. Anbeten heißt nach christlichen Verständnis sich in die Kraft Gottes stellen, sich seiner Gegenwart aussetzen, da-sein zu dürfen mit nichts als sich selbst und zu wissen: er ist da, er sieht mich, er ist unendlich groß, gut und er ist es, der die ganze Liebe der Welt vereint.
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