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29.08.2016
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Franziskus öffnet die Heilige Pforte in Bangui.

Franziskus öffnet die Heilige Pforte in Bangui.

Afrika-Besuch mit Station in Bangui beendet

Papst öffnet vorzeitig Heilige Pforte im Bürgerkriegsland

Bangui. Gut eine Woche vor Beginn des katholischen "Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit" hat Papst Franziskus eine "Heilige Pforte" in der Kathedrale von Bangui in der Zentralafrikanischen Republik geöffnet. "Möge Bangui die spirituelle Hauptstadt der Welt werden", wünschte Franziskus.

Das Heilige Jahr beginne vorzeitig in einem Land, das unter Bürgerkrieg, Hass und dem Mangel an Verständigung leide, sagte der Papst am Sonntagabend (29.11.2015). Im Geiste seien in Bangui alle Länder anwesend, die das Kreuz des Krieges erlebten: "Wir alle bitten um Frieden, Barmherzigkeit, Versöhnung, Verzeihung, Liebe! Für Bangui, die ganze Zentralafrikanische Republik und die ganze Welt; für alle Länder, die unter Krieg leiden, erbitten wir Frieden."

"Legt die Instrumente des Todes ab"

Franziskus sprach zur Öffnung der Pforte eine alttestamentliche Formel: "Öffnet die Pforten der Gerechtigkeit – ich werde eintreten und dem Herrn danken." Danach drückte er mit beiden Händen die Flügel des hölzernen Tores der Kathedrale auf. Auf der Schwelle verharrte er für einen Augenblick im Gebet, trat dann in die Kathedrale ein und feierte die Eucharistie.

In seiner Predigt rief Franziskus die Konfliktparteien in der Zentralafrikanischen Republik auf, die Waffen niederzulegen. "Legt diese Instrumente des Todes ab; bewaffnet euch vielmehr mit Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit", sagte er. Mit der Kraft des Glaubens könne der Frieden erreicht werden. "Gott ist stärker als alles", so Franziskus. Er stehe für Gerechtigkeit, Liebe und eine "unbesiegbare Macht".

Offizieller Beginn am 8. Dezember

Das Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit begeht die Kirche ab Dienstag (08.12.2015). An diesem Tag eröffnet Franziskus es mit dem Aufstoßen der Heiligen Pforte im Petersdom. Jubeljahre finden üblicherweise alle 25 Jahre statt, zuletzt im Jahr 2000.

Das Jahr soll der inneren Erneuerung der Gläubigen dienen. Das Durchschreiten einer Heiligen Pforte bewirkt nach katholischer Überzeugung in Verbindung mit Gebet, Beichte und dem Empfang der Eucharistie einen Ablass von Sündenstrafen. Es gibt eigens eingerichtete Pforten in rund 5.000 Kirchen weltweit.

Besuch in Großer Moschee von Bangui

Beim Besuch der Großen Moschee von Bangui am Montag (30.11.2015) rief Franziskus zu Respekt zwischen Muslimen und Christen auf. "Sagen wir gemeinsam Nein zu Hass, zu Rache, zur Gewalt, besonders zu jener, die im Namen einer Religion oder im Namen Gottes verübt wird", sagte er. "Gott ist Friede – salam", fügte er mit dem arabischen Wort für Frieden hinzu. Christen und Muslime bezeichnete Franziskus als Geschwister. Wer behaupte, an Gott zu glauben, müsse auch ein Mensch des Friedens sein.

In der Zentralafrikanischen Republik sind im September die Kämpfe zwischen verfeindeten Milizen wieder aufgeflammt. Zwar geht es um materielle und politische Ziele, die Konfliktlinien verlaufen aber auch entlang der religiösen Grenzen zwischen Christen und Muslimen.

Messe zum Abschluss der Reise

Auch bei der Abschlussmesse der Reise rief Franziskus die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik auf, zu "neuen Horizonten" vorzupreschen. Jeder Einzelne sei berufen, Gestalter der Erneuerung in dem Bürgerkriegsland zu sein: "Wir befinden uns gleichsam mitten auf dem Fluss und müssen uns mutig entscheiden, in einem neuen missionarischen Engagement an das andere Ufer zu rudern."

Angesichts der Sicherheitslage war der Besuch in Bangui bis zuletzt ungewiss. Die Stadt wird von einem starken UN-Blauhelmkontingent und französischen Truppen gesichert.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Papst Franziskus
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Heiliges Jahr der Barmherzigkeit

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Reuters
30.11.2015

    1. Übersicht: Heiliges Jahr der Barmherzigkeit

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