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27.05.2016
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Schweigeminute.

Während einer Schweigeminute blickt eine Frau in Paris hinauf zu den Türmen der Kathedrale Notre Dame, deren Glocken zum Gedenken an die Opfer des Attentats läuteten.

Gemeinsames Manifest von Christen, Muslimen und Juden

Nach Paris: Schulterschluss der Religionen

Bonn. Vertreter der drei großen Religionen in Deutschland haben nach dem Terror-Anschlag in Paris ein gemeinsames Manifest veröffentlicht. Darin rufen sie zum Gebet in Kirchen, Moscheen und Synagogen auf. "Im Namen Gottes darf nicht getötet werden", schreiben die Vertreter von Katholiken, Protestanten, Juden und Muslimen am Freitag (09.01.2015). "Bibel, Thora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses."

Für die katholische Kirche unterzeichnete der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, das Schreiben. Weitere Unterzeichner sind Wolfgang Huber, ehemaliger Bischof in Berlin und Ex-Ratsvorsitzender der Evangelische Kirche Deutschland (EKD), Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, und Stephan Kramer, ehemaliger Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland.

"Jeder Christ, Jude und Moslem sollte am Freitag in der Moschee, am Sabbat in der Synagoge und am Sonntag in seiner Kirche für die Opfer von Paris beten. Für Verständigung, Frieden und Freiheit″, heißt es in dem Manifest wörtlich. ″Wir verurteilen jede Form von Gewalt im Namen der Religionen." Und: "Wir kämpfen für Toleranz gegenüber Andersgläubigen und auch gegenüber jenen, die unseren Glauben an Gott nicht teilen."

Man wolle nicht dulden, "wenn angesichts der schrecklichen Taten in Paris Hass gegen Anhänger einer Religion geschürt wird, die für den Terror missbraucht wird und wurde." Die Morde seien ein Angriff auf die Freiheit des Denkens, des Glaubens und "unserer gemeinsamen Werte von Toleranz und Nächstenliebe". Das verabscheue man zutiefst.

"Hass ist keine Antwort auf Hass", heißt es im Manifest weiter. "Und Intoleranz keine Antwort auf Intoleranz." Nur gemeinsam könnte man die Werte und den Glauben gegen radikalisierte Minderheiten schützen. "Christen, Juden und Moslems vereint der Glaube an die Nächstenliebe, an unsere Verantwortung vor Gott und an die Verständigung zwischen allen Menschen." Man dürfe nicht zulassen, dass Fanatismus, Terror und Gewalt diese gemeinsamen Werte zerstörten.

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Text: Michael Bönte | Foto: Reuters
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