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26.07.2016
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Bundeswehr.

Mitglieder der Bundeswehr bereiten sich in Hamburg auf ihren Einsatz im Krisengebiet vor.

Münsterscher Afrika-Seelsorger über die Lage in seiner Heimat

Ebola – eine Krankheit, die keine Fehler verzeiht

Münster / Würzburg. Es ist heiß, stickig und schwül. Die Atmosphäre im Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) könnte realistischer nicht sein. Bei 40 Grad Lufttemperatur schwitzen die Einsatzkräfte in ihren gelben Schutzanzügen. Sie stehen am Bett einer Patientin. Die Frau hat Angst. Angst vor Ebola, Angst vor den Unbekannten, die wie Außerirdische aussehen. Das Zelt ist nur Simulation, Teil des ersten Ebola-Trainingszentrums in Deutschland, das auf dem Gelände der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg steht. Seit Montag werden hier 17 Helfer des DRK auf ihren Einsatz zwei Tage lang vorbereitet.

Unterdessen ist Sylvester Ihuoma, Seelsorger der Katholiken aus Afrika im westfälischen Teil des Bistums Münster erleichtert über den Stillstand der Krankheit in seinem Heimatland Nigeria, dem größten afrikanischen Staat: "Ich habe mir große Sorgen gemacht. Auch jetzt telefoniere ich fast täglich mit meinen Angehörigen. Aber Gott sei Dank gab es seit drei Wochen keinen Toten mehr."

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gab es in dem Land 23 Fälle mit acht Toten bisher: "Die Regierung hat die Seuche sehr gut unter Kontrolle gebracht", sagte Sylvester Ihuoma am Mittwoch (08.10.2014) gegenüber kirchensite.de. Sofort nach dem ersten Fall, einem Reisenden aus Liberia, habe die Regierung alle möglichen Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Ebenso wurden schleunigst Maßnahmen an Schulen ergriffen. "Es gab Schulungen für Kinder wie Bürger in Sachen Händewaschen und anderer Hygienemaßnahmen", berichtet Pfarrer Ihuoma, der seit 1998 in Deutschland lebt und in Münster promovierte.

"Wenn man etwas tun möchte, kann man sich den Bistümern anschließen, die zu Spenden aufgerufen haben", empfiehlt Pfarrer Ihuoma, Vicarius Cooperator in der Gemeinde St. Mauritz in Münster. Er selbst unterstütze Projekte, wo direkt Desinfektionsmittel an Kindergärten in Nigeria geliefert werden.

Hygiene steht an erster Stelle

Desinfektiosmittel sind unabdingbar im Umgang mit Ebola: Nach der Arbeit in den Behandlungszentren werden die Anzüge hoch kontaminiert sein. Große Sorgfalt ist beim Ausziehen der Schutzanzüge gefragt. Das wird zur Zeit in Deutschlands erstem Ebola-Trainingszentrum geübt: "Ebola verzeiht keine Fehler", betont Maximilian Gertler von "Ärzte ohne Grenzen".

In einer Blitzaktion ist das Zentrum am ersten Oktoberwochenende entstanden. "Ärzte ohne Grenzen" sind ebenso an diesem Kurs beteiligt wie das DRK. Im Zelt beugt sich ein Helfer zu der Patientin, in der Hand eine Spritze. Nach begonnener Blutabnahme schlägt sie um sich, die rote Flüssigkeit spritzt an die gelbe Schutzkleidung. Die Helfer ziehen sich zurück. "Das ist das Beste, was man in dieser Situation tun kann", lobt der Ausbilder, "sich bloß nicht selbst gefährden."

Quarantäne für Erkrankte die einzige Lösung

Tropenmediziner August Stich vom Missionsärztlichen Institut betont, dass Menschen mit Symptomen schnell isoliert werden müssten. Nur so könne man die Epidemie zum Stillstand bringen. Wann das sein wird, weiß niemand. Aber: "Eine Situation wie in Westafrika wird es bei uns nicht geben", sagt der Arzt.

Teilnehmer Christoph Dennemoser ist mit der Augenmaske des Schutzanzuges beschäftigt. "Wir arbeiten immer im Zweierteam", sagt der 49-Jährige. "So kann man sich gegenseitig am besten kontrollieren." Der vierfache Familienvater weiß noch nicht, in welchem Land er eingesetzt wird. "In Sierra Leone oder Liberia", sagt er und gibt zu, dass seine Frau ziemliche Angst um ihn habe. "Selbst habe ich keine Bedenken", sagt der Rettungsassistent und rückt die Schutzhaube zurecht.

Nicht nur Medzinier im Einsatz

Einfach sei es nicht, Personal für den Hilfseinsatz zu bekommen. "Wir brauchen vor allem Logistiker, Mediziner, Handwerker", erklärt Andreas Fabricius vom DRK. "Zurzeit haben wir eine faszinierende Mischung." Hochprofessionelle Freiwillige sind es, die vor Ort in Zelten unter klimatisch unwirtlichen Bedingungen leben müssen. "Wir bauen vor Ort ein künstliches Dorf auf. Wenn wir nur Ärzte hinschicken, würden diese wohl schon am Aufbau der Zelte scheitern", sagt Stich.

Der Einsatz im Krisengebiet wird für die DRK-Helfer rund einen Monat dauern, anschließend gibt es drei Wochen zur Erholung. Die Helfer sind damit rund zwei Monate nicht an ihrer Arbeitsstelle, das Rote Kreuz übernimmt das Gehalt.

Erzbistümer geben 100.000 Euro für Kampf gegen Ebola

Die Erzbistümer Bamberg und Paderborn stellen jeweils 50.000 Euro für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika bereit. Die insgesamt 100.000 Euro aus den Katastrophenfonds gehen an das Missionsärztliche Institut (MI) in Würzburg, wie der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erklärte. Mit der finanziellen Unterstützung sollen die Helfer in Liberia, Ghana und Sierra Leone so ausgebildet werden, dass sie die lebensgefährliche Krankheit eindämmen können.

Das Institut berät kirchliche Partner in afrikanischen Ländern und ist bereits mit den Hilfswerken Misereor und Caritas International in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern tätig. Es bildet auch Helfer im Umgang mit der Krankheit aus.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedBischof Oster bittet um Unterstützung im Kampf gegen Ebola (17.08.2014)

Text: Marie-Theres Himstedt und KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
08.10.2014

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