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26.06.2016
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BDKJ 2014.

Die rund 100 Delegierten aus der ganzen Republik beschäftigen sich während der vier Tage mit einer Vielzahl von Anträgen.

Hauptversammlung wählt neuen Bundesvorsitzenden

BDKJ fordert gerechtere Politik in Europa

Rothenfels. Mit dem Ruf nach einem offeneren, gerechteren und demokratischeren Europa ist am Sonntag (11.05.2014) die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) auf der Burg Rothenfels zu Ende gegangen. In vier Tagen haben rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland Beschlüsse für die katholischen Jugendverbände und -organisationen und die Interessenvertretung für die 660.000 Mitglieder gefasst.

Die Delegierten wählten Wolfgang Ehrenlechner zum neuen Bundesvorsitzenden. Der 33-Jährige steht nun für drei Jahre an der Spitze des Dachverbandes der katholischen Jugend. Gemeinsam mit Lisi Maier (Bundesvorsitzende) und Pfarrer Simon Rapp (Bundespräses) bildet Ehrenlechner den dreiköpfigen Bundesvorstand. "Nicht zuletzt die Umfrage zu Beziehung und Sexualität zeigt, dass es eine Kluft zwischen der Lebensrealität von jungen Menschen und der Lehre der Kirche gibt. Diese Kluft zu überwinden ist eines der wichtigsten, kirchlichen Themen", so Ehrenlechner. Dabei sei der BDKJ ein starker Motor, Ideengeber und manchmal auch unbequem.
 
Wolfgang Ehrenlechner ist gelernter Bankkaufmann und kommt gebürtig aus Teisendorf in Oberbayern. Seit 2007 ist er Bundesvorsitzender der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), einem BDKJ-Mitgliedsverband. Dieses Amt legt er zum 30. Juni nieder. Einen künftigen Schwerpunkt sieht Ehrenlechner im Einsatz für nachhaltige Entwicklung: "Wir dürfen einen ambitionierten Klimaschutz nicht kurzfristigen, wirtschaftlichen Interessen opfern. Die Wahrung unserer natürlichen Ressourcen, der Stopp des Klimawandels, die Energiewende: Das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern das ist überlebenswichtig. Als katholische Jugend haben wir da viel zu sagen."

Gegen Freihandelsabkommen - für mehr Europa

Den inhaltlichen Kern bildet ein Grundsatzbeschluss zu Europa. "Es braucht jetzt ein deutliches Zeichen für ein solidarisches Europa. Auf lange Sicht muss die wirtschafts- und finanzpolitische Perspektive der EU um eine sozialpolitische Dimension ergänzt werden. Diese muss allen Menschen, egal in welchem Land sie geboren werden und aufwachsen, die gleichen Chancen ermöglichen", so BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. Gleichzeitig wirbt der BDKJ für mehr junge Mitsprache in Europa: "Wenn es darum geht, die Zukunft junger Menschen in Europa zu gestalten, müssen die Ideen der jungen Europäerinnen und Europäer mit einbezogen werden."

Angesichts aktueller Flucht-Katastrophen fordert der Dachverband der katholischen Jugendverbände für Migrantinnen und Migranten einen sicheren und fairen Zugang zum Asylsystem in der EU. "Die EU steckt Milliarden in die Errichtung immer höherer Grenzzäune. Sie sollte besser in eine menschenwürdige Behandlung investieren", so Maier. Insbesondere Kinder und Jugendliche seien auf der Flucht die schwächsten Glieder. Wohnsituation, gesundheitliche Versorgung, Bildungschancen: Ihre Lage sei auch nach gelungener Flucht oft grenzwertig.

Klar spricht sich die BDKJ-Hauptversammlung gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und den USA aus. "Es dient nur den Interessen großer Konzerne und den bisherigen Gewinnern des globalisierten Handels. Faire Arbeitsbedingungen, faire Handelsbeziehungen mit so genannten Entwicklungsländern und faire Chancen für Kleinbauern und kleine Produzierende hätten in liberalisierten Märkten wenig Überlebenschancen."

Für Recht auf Ausbildung und generationengerechte Haushalte
Auch zur Ausbildungs- und Arbeitssituation junger Menschen in Deutschland hat sich der Dachverband der katholischen Jugendverbände positioniert. Um mehr Chancengleichheit bei Berufswahl- und Einstieg für jungen Menschen zu schaffen fordert der BDKJ ein Recht auf Ausbildung. Dazu gehören für den BDKJ neben der gesetzlich geregelten und verbindlichen Förderung betrieblicher Berufsausbildung, auch außerbetriebliche Ausbildungsplätze und ein ausreichendes, auswahlfähiges Angebot.

Darüber hinaus fordert der BDKJ die Regierung auf, endlich für mehr Gerechtigkeit bei Kündigungsfristen zu sorgen. "Beschäftigungszeiten, die vor dem 25. Lebensjahr liegen, müssen auch für die Berechnung der Kündigungsfrist berücksichtigt werden", so BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. Die derzeitige gesetzliche Regelung benachteilige junge Menschen. Um die öffentlichen Haushalte generationengerecht zu gestalten, schlägt der BDKJ die Einführung eines so genannten Zukunftskontos vor. So ließe sich eine nachhaltige Haushaltspolitik steuern, meint BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier.

Ab jetzt dabei: die Schönstatt-Mannesjugend

Mit der Aufnahme der Schönstatt-Mannesjugend als Jugendorganisation bei der Hauptversammlung hat der BDKJ Verstärkung bekommen. "Das ist für den BDKJ eine echte Bereicherung", freut sich BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. Die Schönstatt-Mannesjugend ist Teil der internationalen Schönstatt-Bewegung, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Heute engagieren sich in der Geistlichen Gemeinschaft rund 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene.

Nach dem großen Erfolg der bundesweiten 72-Stunden-Aktion wird der BDKJ prüfen, ob und wann es wieder eine bundesweite Aktion geben wird. Eine Entscheidung wird die BDKJ-Hauptversammlung 2015 treffen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

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Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bdkj.de

Text: pd, mth | Foto: pd
11.05.2014

    1. Bistumshandbuch: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

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