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30.05.2016
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Professor Klaus Müller.

Professor Klaus Müller.

Gespaltene Reaktionen auf Änderung der Worte bei der Wandlung

Münsterscher Professor Müller kritisiert Papst-Schreiben

Münster / Köln / Freiburg. Der Papst-Brief zur Änderung der Worte bei der Wandlung in der Heiligen Messe löst gespaltene Reaktionen aus. Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, Klaus Müller, sieht in dem Schreiben ein kirchenpolitisches Zugeständnis an extrem konservative Kreise.

"Der Papst will die Schwelle für die Piusbruderschaft und andere weiter absenken, die die Änderung der Einsetzungsformel in der Messe schon lange fordern", sagte Müller am Mittwoch (25.04.2012), wie das Forschungscluster "Religion und Politik" der Universität Münster mitteilte. Die von Rom getrennten Piusbrüder lehnen wichtige Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, darunter die erneuerte Liturgie.

Zugeständnis an extrem konservative Kreise

Benedikt XVI. räume ausdrücklich ein, dass der Wortlaut "...mein Blut, das für Euch und für alle vergossen wird..." begründet war und bleibe, unterstreicht Müller. Der Papst schreibe, er wolle zur Texttreue zurückkehren. Tatsächlich gehe es aber um einen politischen Schritt. Benedikt XVI. wisse, dass die Änderung in der deutschen Kirche Probleme hervorrufen werde. Das zeige die Länge des Begleitschreibens mit "ausführlichen und gewundenen Begründungen".

Müller plädiert dafür, bei der Übersetzung "...für Euch und für alle..." zu bleiben. "Woher will der Papst wissen, ob nicht auch die Evangelisten interpretiert haben?", fragt der Theologe. Den aramäischen Wortlaut Jesu hätten weder die Evangelisten noch die heutige Kirche gehört.

Kardinal Meisner begrüßt Entscheidung

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner begrüßt den Papst-Brief. "Nachdem die großen Sprachfamilien der Welt diesen wichtigen Text entsprechend dem biblischen Urtext geändert haben, sollten wir als deutsche Katholiken nun nachziehen" heißt es in einer Stellungnahme. Meisner rief dazu auf, "jetzt mit einer großen Katechese" zur Vermittlung der Entscheidung zu beginnen. Das sei der eigentliche Auftrag des Schreibens.

Meisner unterstreicht: "Wir kommen damit wieder zurück zu einer sprachlichen Form, die wir eigentlich immer hatten." Natürlich sei Christus für alle Menschen gestorben. Aber der Papst weise darauf hin, dass "hier und jetzt" die beim Gottesdienst Versammelten Eucharistie feierten: "Und diese Vielen tragen eine Verantwortung für alle." Durch ihren Glaubenseinsatz solle "auch den anderen – allen – die Erlösungsgnade weitergereicht" werden.

Auch Professor Söding gegen Änderung

In der vorletzten Ausgabe der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart" spricht sich der in Münster lebende und in Bochum lehrende Neutestamentler Thomas Söding für die Beibehaltung des Textes "...für Euch und für alle..." aus. Er hält dies auch für "die sachlich richtige Wiedergabe des biblischen Textes".

Der Freiburger Liturgiewissenschaftler und Dogmatiker Helmut Hoping plädiert wie der Papst für Texttreue. Die Form "für viele" sei philologisch korrekt, schreibt Hoping in der aktuellen Ausgabe von "Christ in der Gegenwart". Es dürfe zwar für alle Menschen gehofft werden, dass sie am Bund Gottes Anteil hätten. "Wir sind allerdings nicht berechtigt, in das von Matthäus und Markus überlieferte Kelchwort Jesu eine Allversöhnung hineinzulesen." Wie alles am Ende ausgehe, wisse niemand: "Die Vielen können alle sein, müssen es aber nicht."

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  1. undefinedIm Hochgebet der Messe Rückkehr zu Originalworten Jesu (24.04.2012)
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Text: jjo, pd, KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Jens Joest
25.04.2012

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