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01.09.2016
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Matthias Matussek.

Matthias Matussek.

Abenteuerliche Thesen

Matussek spricht mit Mieth über Zukunft der Kirche

Stuttgart. Matthias Matussek ist ein frommer Mensch. Der "Spiegel"-Autor glaubt viel und weiß wenig. So sprach er am Dienstagabend in Stuttgart von dem "ergreifenden Erlebnis", dass er den Papst zu den "Weltjugendfestspielen" nach Spanien habe begleiten können, von der im 19. Jahrhundert eingeführten Kirchensteuer ("Wir haben seit den Nazis dieses System"), über eine Veranstaltung in den 1990er Jahren in Rom mit dem Jesuiten Eberhard von Gemmingen, "der damals noch den Vatikan leitete", und vom Zölibat, der die Kirche "von Anfang an" geprägt habe.

Matusseks Problem allerdings war, dass er mit Dietmar Mieth diskutieren sollte, einem der renommiertesten Ethiker und Theologen. DFB-Pokal-Stimmung, wie sie bei Begegnungen zwischen Teams aus unterschiedlichen Klassen aufkommen kann, mochte im Stuttgarter "Haus der katholischen Kirche" indes nicht so recht entstehen.

Nerv getroffen

Das lag vor allem an Mieth. Der verspürte schon nach kurzer Zeit wenig Lust, "auf jeden Pott einen Deckel" zu tun, und er sagte das auch so. Das fand Matussek zwar nicht nett, was aber seinen Mitteilungsdrang nicht nachhaltig minderte. Laut Programm ging es bei dem Gespräch um "Die Zukunft der Kirche". Seit Matussek im Vorjahr sein Buch "Das katholische Abenteuer" veröffentlichte, tourt er für gutes Geld durch die Lande. Meist ist er wie auch im Ländle Gast katholischer Institutionen. Mit seiner hartnäckigen Ablehnung jeder Reforminitiative und seinen emotionalen Plädoyers für Papst und Kirche scheint er bei einer gewissen Klientel einen Nerv getroffen zu haben.

Wie bei vergleichbaren Veranstaltungen, so bekamen auch in Stuttgart Matusseks Lieblingsgegner Heiner Geißler, Hans Küng und Margot Käßmann ihr Fett weg. Unterhaltsam war der Journalist vor allem dann, wenn er nicht über Kirche und Theologie sprach, sondern einfach über sich selbst. Mit "Beichte, Blasiussegen und so Sachen" sei er aufgewachsen, später, als der Vater Sozialbürgermeister in der baden-württembergischen Landeshauptstadt war, mit Bildern "von bärtigen Männern" und der Gottesmutter in eine maoistische Wohngemeinschaft eingezogen.

Für ihn, den innerlichen Konvertiten, besteht die katholische Kirche aus Glauben und einer "faszinierenden Formensprache". Und Matussek findet es natürlich auch ergreifend, als Zisterziensermönche ihm bei einer Veranstaltung gesagt hätten, sein Buch werde gerade bei den klösterlichen Mahlzeiten vorgetragen.

Schwierigkeiten in XXL-Gemeinden

Mieth, 1974 weltweit erster Nicht-Priester auf einem Lehrstuhl für Moraltheologie, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er kirchliche Reformen für dringend nötig hält. Zuletzt ganz öffentlich im vergangenen Jahr, als er zu den Unterzeichnern des "Memorandums zur Krise der katholischen Kirche" gehörte. An diesem Abend erzählte aber auch er Persönliches: Der Vater evangelisch, die Mutter aus der katholischen Kirche ausgetreten. Mit Mao habe er nichts zu tun gehabt. Vielmehr habe er sich in Tübingen aus der gedanklichen Enge herausgeholt geführt, als dort noch Hans Küng und Joseph Ratzinger gleichzeitig Theologie lehrten. Und Mieth sprach über die seelsorgliche Situation in dem kleinen Ort nahe der Bischofsstadt Rottenburg, wo er heute wohnt. Wie schwierig es in den XXL-Gemeinden ist, Gottesdienste zu feiern.

Warum Matussek für die Positionen des Papstes, gegen Frauen als Priester und für den Zölibat eintritt, blieb auch in Stuttgart letztlich unklar. Aber es ist auch egal. Er sieht es eben so. Ab und an wies Mieth Matussek auf sachliche Fehler hin. Aber auch das war dem "Spiegel"-Mann egal: "In Glaubensfragen kann man sich nicht unterlegen fühlen", sagte er nach Ende der Diskussion. Ein Exemplar seines Buchs wechselte immerhin anschließend den Besitzer. Für Mieth, der Matussek ein Kirchenbild "aus Nostalgie, Romantik und Eventeifer" attestierte, war der ganze Dialog letztlich schon am Anfang gegessen: "Jeder, der noch katholischer ist als ich, ist mir verdächtig." Und vom Dorfleben, sagte er später, sei er ohnehin schon eine ganze Menge gewohnt.

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