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22.09.2014
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Altbischof Franz Kamphaus.

Altbischof Franz Kamphaus.

Gebürtiger Lüdinghausener:

Altbischof Franz Kamphaus am 2. Februar 80 Jahre

Limburg / Lüdinghausen. Als "Widersacher Roms", als frommer oder gar einsamer "Rebell", wie ihn manche Medien wegen des besonderen Weges seiner Diözese in der kirchlichen Schwangerschaftskonfliktberatung bezeichneten, hat sich Franz Kamphaus nie gefühlt. Im Gegenteil, ihn ärgerten stets solche Etiketten: Er fühle sich instrumentalisiert, vertraute er einmal seiner Bistumszeitung an. Am Donnerstag (02.02.2012), dem Mariä-Lichtmess-Tag, vollendet der aus Lüdinghausen stammende Altbischof von Limburg sein 80. Lebensjahr.

Gern denkt er an seine münsterländische Heimat zurück, der er in den zurückliegenden Jahrzehnten in seinem Herz tief verbunden geblieben ist, wie die Bischöfliche Pressestelle Münster schreibt. Einen unverändert guten Draht hat er zu seinem Freund und Mitbruder Reinhard Lettmann in Münster, der 1959 am selben Tag wie er zum Priester geweiht wurde. Kamphaus lebt seit seiner Emeritierung vor fünf Jahren im St.-Vincenz-Stift in Rüdesheim-Aulhausen.

Regens in Münster

Zahlreichen Weihejahrgängen von Diakonen und Priestern und vielen Studenten der Katholischen Fakultät in Münster ist Kamphaus in guter Erinnerung: Nach Kaplansjahren in Münster und Ahaus war er seit Mitte der sechziger Jahre zuständig für die Predigtausbildung im Bistum. 1971 wurde er Referatsleiter für die Priesterfortbildung und ein Jahr darauf Professor für Pastoraltheologie und Homiletik (Predigtlehre) an der Universität Münster, der er auch heute noch als Honorarprofessor angehört. Nicht zufällig trug seine Dissertation zum "Doktor der Theologie" den Titel: "Von der Exegese zur Predigt".

1973 ernannte ihn Bischof Heinrich Tenhumberg zum Regens (Leiter) des Bischöflichen Priesterseminars in Münster. Kardinal Joseph Höffner weihte Kamphaus 1982 zum Bischof der 800.000-Katholiken-Diözese Limburg. Ein Stück Münsterland nahm Kamphaus mit an die Lahn: Seinen Hirtenstab und auch sein Brustkreuz ließ er aus einem Eichenbalken des elterlichen Bauernhofes in Lüdinghausen schnitzen.

Bischof unterwegs in "seinen" Gemeinden

Bischof Kamphaus war sehr gerne Bischof von Limburg – mit Taunus und Westerwald, dem Lahntal und der Millionenstadt Frankfurt. Am liebsten aber war der Bischof unterwegs in "seinen" Gemeinden und in den vielen kirchlichen Einrichtungen der Diözese. Auch seinen Ämtern und Funktionen in der Deutschen Bischofskonferenz kam er immer gewissenhaft nach. Allein fünf Jahre wirkte er als "Jugendbischof".

Sein besonderes Engagement als Vorsitzender der Kommission "Weltkirchliche Aufgaben" galt den Partnerkirchen in der so genannten Dritten Welt und der Sorge um soziale Gerechtigkeit und Frieden. Wiederholt war Kamphaus in Afrika, Asien und Lateinamerika unterwegs und forderte mehr Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein. Engagiert verteidigte er die "Option für die Armen".

Mann mit Ecken und Kanten

Auch innerkirchlich war er immer ein Mann mit Ecken und Kanten, der sich in Fragen der Migrations- und Asylpolitik ebenso engagierte wie für Frauen, die aufgrund einer unerwarteten oder unerwünschten Schwangerschaft in Konflikt geraten. Er plädierte nachdrücklich für den Verbleib kirchlicher Schwangerschaftsberatungsstellen im staatlichen Systems der Konfliktberatung.

Um die Reformwilligkeit und -fähigkeit der Kirche sorgte sich der Bischof von Limburg nicht: "Es ist uns von Jesus nicht zugesagt, dass immer alles beim Alten bleibt und wir uns in der Kirche gemütlich einrichten können." Es gelte, die Herausforderungen anzunehmen. Kamphaus damals: "Ich fühle mich nicht als Mangelverwalter, sondern als jemand, der den Übergang zu einer neuen Kirchengestalt mitgestalten darf".

Seit langem schon plagt Kamphaus ein Tremor. Die Hände zittern, die Stimme ist zittrig. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ließ er einmal - da schon Seelsorger im Vincenzstift - wissen: "Unter Behinderten fällt deine Behinderung nicht mehr auf - du bist einer von ihnen." Als Kamphaus ins Vincenzstift wechselte, war ihm "klar": "Ich gehe an den Rand." Über seine Arbeit dort sagt er: "Das Wichtigste ist nicht, was ich tue, sondern dass ich da bin, mit ihnen bin."

Sein Nachfolger in Limburg wurde 2008 erneut ein Priester des Bistums Münster: der Pastoraltheologe Professor Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bistum-limburg.de

Text: pd, göc, Öffnet externen Link in neuem FensterKNA | Foto: Markus Nolte
01.02.2012

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