Christliche Bildung und Begleitung befürwortet
Religiöses laut Studie im Kindergarten hoch präsent
Tübingen. Religiöse Fragen spielen nach einer Untersuchung der Universität Tübingen bereits für Kindergartenkinder eine wichtige Rolle und sind im Alltag der Einrichtungen "hoch präsent".
Sie würden aber in der Praxis oft nur unzureichend behandelt, so die am Donnerstag (05.05.2011) vorgestellte Studie. Zwar zeige sich eine deutliche Mehrheit der Erzieherinnen offen für eine religiöse Begleitung und interreligiöse Bildung der Kinder, sie fühlten sich dabei aber oft nicht von den Trägern der Einrichtungen unterstützt und durch Aus- und Fortbildung nur unzureichend vorbereitet.
Verschiedene kulturelle Hintergründe
Starke Unsicherheit herrscht bei Erzieherinnen vor allem über die Frage, welche islamischen Inhalte im Kindergarten vermittelt werden sollen. In der Studie heißt es, in Kindertagesstätten begegneten sich schon früh Kinder mit verschiedenem kulturellen Hintergrund und unterschiedlicher religiöser Prägung. Sie erlebten im Alltag Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Als Beispiele werden der Verzehr von Schweinefleisch oder das Feiern religiöser Feste genannt.
Hinter dem Forschungsvorhaben "Interkulturelle und interreligiöse Bildung in Kindertagesstätten" stehen die religionspädagogischen Lehrstühle der theologischen Fakultäten und das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS. Im Rahmen der bundesweit angelegten Studie wurden im Vorjahr Erzieherinnen befragt. In Auswertung sind Interviews mit Eltern.
Islamische Bildung nur in Ausnahmefällen befürwortet
In den Einrichtungen dominieren laut Studie Jungen und Mädchen mit drei Prägungen: christlich, muslimisch, konfessionslos. In der Mehrzahl der Kindergärten wird eine christliche Bildung und Begleitung befürwortet und praktiziert. In nichtkonfessionellen Einrichtungen ist dies allerdings nur teilweise oder gar nicht gewährleistet. Lediglich in 63 Prozent dieser Kindergärten wird Ostern mit einem religiösen Bezug verbunden.
Eine am Islam ausgerichtete Begleitung der Kinder oder islamische Bildung wird nur in Ausnahmefällen (drei Prozent) von den Erzieherinnen befürwortet oder praktiziert. Dies gilt sowohl für nichtkonfessionelle als auch für konfessionelle Einrichtungen. Auch muslimische Feste finden in aller Regel keine Beachtung.
Interkulturelle Bildung fester verankert als interreligiöse
Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass interkulturelle Bildung fester verankert ist als interreligiöse. Auch wer interreligiöse Bildung für wichtig hält und weiß, dass sie in den Bildungsplänen der Länder festgeschrieben ist, praktiziert sie deshalb nicht bereits. Zwar nehmen die Erzieherinnen nur selten Vorbehalte gegen eine Vermittlung religiöser Inhalte wahr, sie fühlen sich aber auch nicht bei der Umsetzung unterstützt.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
06.05.2011
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