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28.08.2016
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Umfrage der Zeitung "Christ und Welt"

Missbrauchsfälle sorgen offenbar für mehr Kirchenaustritte

Bonn. Der Skandal um sexuellen Missbrauch Minderjähriger in der katholischen Kirche hat nach Angaben der Zeitung "Christ und Welt" die Zahl der Kirchenaustritte um fast 40 Prozent steigen lassen. Rund 180.000 Katholiken verließen die Kirche, schreibt das Blatt, das einer Teilauflage der Wochenzeitung "Die Zeit" beiliegt. 2009 hatte es 123.700 Austritte gegeben.

Die Daten beruhen laut "Christ und Welt" auf einer Umfrage, bei alle Bistümer bis auf Freiburg, Hildesheim und Limburg endgültige Zahlen oder Schätzungen nannten. Dem Blatt zufolge könnten damit erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mehr Katholiken als Protestanten aus der Kirche ausgetreten sein. "Christ und Welt" beruft sich auf Schätzungen der Evangelischen Kirche in Deutschland, die von etwa 150.000 Austritten ausgeht.

Endgültige Zahlen im Frühsommer

Die Deutsche Bischofskonferenz betonte, die Gesamtzahl der Austritte 2010 liege noch nicht vor, sie werde wie jedes Jahr im Frühsommer veröffentlicht. "Jeder Austritt ist für uns ein vor allem menschlicher Verlust", sagte Pressesprecher Matthias Kopp. Die Krise des letzten Jahres sei nicht wegzureden. Nun schaue man jedoch nach vorne und wolle Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Dazu diene der von den deutschen Bischöfen angestoßene Gesprächsprozess. "Wir werden alles tun, um die Austrittszahlen wieder geringer werden zu lassen", sagte Kopp.

Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp sagte, der Anstieg stehe auch für einen Vertrauensverlust. Offenbar hätten "viele Menschen den Kirchenaustritt als ihre persönliche Form des Protests und der Abscheu vor diesem Skandal gewählt".

Starke Zuwächse in Bayern

In Köln, Deutschlands größtem Bistum, verließen laut "Christ und Welt" 15.163 Katholiken ihre Kirche – ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber 2009. Besonders schwer traf es dem Bericht zufolge die Bistümer Eichstätt, Augsburg, Bamberg, Würzburg und Passau, wo die Zuwächse bis zu 70 Prozent betrügen.

Unter den Ausgetretenen befinden sich nach Ansicht von Experten auch zahlreiche engagierte Gläubige. "Es gehen viele, die sich um ihre Kirche ernsthaft Sorgen machen und ehrlich an ihr verzweifeln", sagte Michael Ebertz, Professor für kirchliche Sozialarbeit an der Katholischen Hochschule Freiburg.

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  8. undefinedBundesweit: Zahl der Kirchenaustritte steigt 2009 nur leicht (26.05.2010)
  9. undefinedMehr Kirchenaustritte im ersten Quartal im Bistum (04.05.2010)

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
06.04.2011

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