200 Betroffene
Jesuiten bieten jedem Missbrauchsopfer 5.000 Euro an
München. Die Jesuiten haben den Opfern sexueller Gewalt an ihren Schulen nun auch offiziell eine "Anerkennungszahlung" angeboten. Ordenssprecher Thomas Busch bestätigte am Mittwoch (26.01.2011) einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in München.
Demnach hat Provinzial Pater Stefan Kiechle den rund 200 Betroffenen in einem Brief eine Summe von jeweils 5.000 Euro in Aussicht gestellt. Zugleich bat Kiechle die Opfer noch um "etwa zwei bis drei Monate Geduld", zitierte die SZ aus dem ihr vorliegenden Brief. Die Jesuiten wollten dieses materielle Zeichen der Anerkennung der Schuld gemeinsam mit anderen Orden und den deutschen Bistümern setzen.
Sozialrechtliche Modalitäten klären
Ordenssprecher Busch sagte, zuvor seien noch einige sozialrechtliche Modalitäten zu klären. So müsse sichergestellt werden, dass die freiwilligen Zahlungen ohne Abzüge den Empfängern zugute kämen. Über die auf Antrag gewährte Zuwendung solle "so niedrigschwellig und unbürokratisch wie möglich entschieden werden".
In dem Brief an die Opfer schreibt Kiechle dem Zeitungsbericht zufolge, er wisse, "dass eine solche Summe niemals das angetane Leid entschädigen kann". Zugleich bittet er sie nochmals um Entschuldigung. Die Übergriffe erfüllten die Jesuiten "mit Scham und Abscheu und Entsetzen". Der Orden habe "auch institutionell und in seinen Leitungspersonen versagt".
Opfer fordern 80.000 Euro
Die Jesuiten haben bereits vor einem halben Jahr eine mittlere vierstellige pauschale Summe für jedes Missbrauchsopfer vorgeschlagen. Aus den Reihen der Geschädigten wurden dagegen 80.000 Euro als Sühneleistung gefordert. Die 5.000 Euro orientieren sich an der Untergrenze dessen, was die österreichischen Bischöfe als Entschädigungszahlungen beschlossen haben. Das dort verwendete Stufenmodell wird in der katholischen Kirche in Deutschland nicht ins Auge gefasst.
Busch sagte, eine Zahlung von insgesamt einer Million Euro sei mit Blick auf die Leistungsfähigkeit seines Ordens ein "schmerzhafter Einschnitt". Zugleich stellte er in Einzelfällen weitere Hilfen in Aussicht, etwa für benötigte weitere Therapien.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
26.01.2011
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