
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode.
Öffentliches Schuldbekenntnis des Osnabrücker Bischofs
Missbrauch: Bode bittet in Bußgottesdienst um Vergebung
Osnabrück. Der katholische Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat ein öffentliches Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle in seinem Bistum abgelegt. "Sieh auf die, die im Namen der Kirche weggeschaut haben vom unaussprechlichen Leid der Missbrauchten, der Erniedrigten, der Opfer", sagte Bode in einem Bußgottesdienst am Sonntagabend (28.11.2010) im Osnabrücker Dom.
Mit zitternder Stimme und sichtlich bewegt sagte der Bischof, er komme vor Gott "voller Scham und Erschütterung über die schweren Verfehlungen", die von Priestern, Ordensleuten, Diakonen und anderen Mitarbeitern an jungen Menschen begangen worden seien. Bode hatte bereits im Juni alle Missbrauchsopfer im Bistum Osnabrück öffentlich um Entschuldigung gebeten.
Vor dem Altar auf den Boden gelegt
Zu Beginn der Bußfeier hatte sich der Bischof wie in einem Karfreitagsgottesdienst vor dem Altar auf den Boden gelegt und einige Minuten in Stille verharrt. Er zelebrierte die Andacht im violetten Chormantel unter Verzicht auf die Insignien Mitra und Bischofsstab.
"Wir können uns nicht auf den Weg zum Weihnachtsfest machen, ohne all das mitzunehmen, was uns in den vergangenen Monaten bewusst geworden ist: das Leid der Opfer von Missbrauch und Gewalt, die Schuld der Täter, die Dunkelheiten und Schattenseiten einer Kirche, in der eine Atmosphäre herrschte, die oft die Verschleierung der Taten möglich machte", sagte der Bischof. Vertrauensräume seien missbraucht worden durch körperliche und geistliche Gewalt.
"Schaden nicht wieder gut zu machen"
Bode entschuldigte sich nochmals bei den Opfern und betonte den Willen der Kirche zu Prävention und Opferhilfe. "Doch letztlich ist der Schaden nicht wieder gut zu machen. Es gilt, das Gott zu übergeben. Diese Taten dürfen das Klima in der Kirche, in der sie geschehen sind, nicht weiter unentdeckt vergiften", unterstrich Bode.
Ähnliche Vergebungsbitten gab es bereits zum Ende des weltweiten katholischen Priesterjahrs im Juni von Papst Benedikt XVI. sowie im März vom Rottenburger Bischof Gebhard Fürst. Bode hatte im April 2000 in Anlehnung an das "Mea Culpa", das Papst Johannes Paul II. zum Heiligen Jahr 2000 ausgesprochen hatte, in einem "Versöhnungsgottesdienst" um Vergebung für das Versagen der Kirche gebeten.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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