Missbrauchsentschädigung:
Kirche weist "Spiegel"-Bericht zurück
Bonn. Die Deutsche Bischofskonferenz weist einen Bericht des "Spiegel" über einen konkreten Vorschlag der Bischöfe zur Entschädigung von Missbrauchsopfern zurück. Der vorab veröffentlichte Beitrag sei "pure Spekulation", sagte Bischofskonferenz-Pressesprecher Matthias Kopp der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Wochenende (26.09.2010). In diesen Tagen würden erst die Beschlüsse der gerade zu Ende gegangenen Herbstvollversammlung der Bischöfe in den Vorschlag eingearbeitet. Das Ergebnis werde dem Runden Tisch der Bundesregierung zum sexuellen Missbrauch in dieser Woche übermittelt.
Der "Spiegel" hatte ohne Quellenangabe geschrieben, die katholische Kirche wolle Missbrauchsopfer finanziell nicht durch eine pauschale Summe entschädigen, sondern individuell je nach Schwere des Falles. Das könnten, wie es in ähnlichen Fällen auch von deutschen Gerichten entschieden worden sei, zwischen 5.000 und 10.000 Euro sein, jedoch nicht die von Opfervertretern pauschal geforderten 82.373 Euro. Allerdings sollten Kosten für Therapien und andere Hilfsleistungen auch in größerem Umfang von der Kirche erbracht werden. Die höchste bisher bekanntgewordene Summe betrug nach Angaben des Blattes 25.000 Euro.
Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann (SPD), kritisierte laut "Spiegel" die Haltung der Kirche als zu zögerlich. Die Betroffenen wollten, dass Täter oder Institutionen für das Unrecht Verantwortung übernähmen. Die meisten, die sich meldeten, wollten eine finanzielle Entschädigung, weil sie, so Bergmann, "durch das Missbrauchsgeschehen im beruflichen Leben oft nicht Fuß fassen konnten oder starke finanzielle Einbußen durch zum Teil langjährige Therapien hinnehmen mussten".
Die Bischofskonferenz hatte vergangene Woche in Fulda angekündigt, bei der Sitzung des Runden Tisches in dieser Woche einen Vorschlag zur Unterstützung der Opfer zu machen. Dabei solle es aber zunächst nicht um konkrete Summen gehen, damit anderen Einrichtungen nicht vorgegriffen werde. Ein Hilfsmodell, das aus verschiedenen Teilen bestehe, solle die Opfer darin unterstützen, "ihr Opferschicksal zu überwinden und neue Stärke zu gewinnen."
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
27.09.2010
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