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24.05.2012
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Eine neue Studie beleuchtet die religiöse Kommunikation.

Forscher stellen "Trendmonitor Religiöse Kommunikation" vor

Allensbach sieht keine Renaissance der Religiosität

Freiburg. Die "vielbeschworene Renaissance der Religiosität" hat es nach Erkenntnissen des Instituts für Demoskopie in Allensbach in den vergangenen Jahren in Deutschland nicht gegeben. Stattdessen setze sich der "schleichende Erosionsprozess" religiöser Bindungen fort, sagte der Meinungsforscher Rüdiger Schulz am Mittwochabend (16.06.2010) in Freiburg. Er sprach bei der Präsentation des "MDG-Trendmonitors Religiöse Kommunikation 2010" der kirchlichen Medien-Dienstleistung GmbH (MDG).

Zentrale christliche Werte wie Hilfe für andere und Toleranz haben für die große Mehrheit der Menschen nach wie vor eine große Bedeutung; sobald es jedoch um die individuelle Lebensführung geht, gibt es eine "klare Distanz" zu Vorgaben der katholischen Kirche, so Schulz. Der Trend, ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen, hält demnach an.

Bindung der Jugend an Kirche nimmt ab

Nach der Studie, die sich auf eine Umfrage aus dem November 2009 stützt, fühlen sich immer weniger junge Katholiken eng mit ihrer Kirche verbunden. Deren Anteil liegt bei 5 Prozent. Als religiös bezeichnen sich 70 Prozent der Katholiken in Westdeutschland und damit genau so viele wie bei einer Studie vor 10 Jahren.

Vor allem bei öffentlich umstrittenen Themen hält sich die Zustimmung zur Lehre der Kirche in Grenzen: Nur 9 Prozent aller Katholiken stimmen der Haltung zur Empfängnisverhütung zu, 13 Prozent der Position zum Zölibat. Indes gibt es unter den kirchlich eng angebundenen Menschen immer noch den höchsten Anteil derer, die sich als glücklich bezeichnen.

Das reichweitenstärkste konfessionelle Medium ist laut dem Trendmonitor der lokale Pfarrbrief. Im weiter schrumpfenden Leserkreis der Kirchenzeitungen gebe es heute ein positiveres Gesamturteil über die Blätter im Vergleich zur Studie von 2003. Die Anstrengungen zur Professionalisierung hätten sich also gelohnt, so Schulz. Stabil oder leicht ansteigend ist laut der Studie unter den Katholiken der Anteil von Lesern religiöser Literatur. Allerdings gebe es unter der Leserschaft religiöser Bücher mehr alte Menschen.

Religion im Internet: Nutzung hängt vom Thema ab

Im Fernsehen bieten nach der Studie "nicht kirchlich anmutende Sendungen" die beste Möglichkeit, Kirchenferne mit Glaubens- und Sinnfragen anzusprechen. Die Nutzung religiöser Internetseiten hängt laut der Untersuchung stark vom einzelnen Thema ab, nach dem gesucht wird. Die verschiedenen religiösen Web-Angebote im Netz erreichen vor allem kritisch mit ihrer Kirche verbundene Katholiken. Die vielfältigen kirchlichen Internetangebote nutzt aber nur etwa ein Prozent der Katholiken regelmäßig.

Der in der Deutschen Bischofskonferenz für Medienfragen zuständige Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst sieht die Notwendigkeit, für die verschiedenen gesellschaftlichen Milieus jeweils eigene kirchliche Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Die Kirche als Institution habe die Aufgabe, eine Botschaft an alle weiterzugeben. Zugleich plädierte Fürst für eine stärkere Kooperation der einzelnen Medienformate, das sogenannte crossmediale Arbeiten.

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