Anzeige
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Kirche heute
30.07.2010
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Kirchenbesuch

Der Kirchenbesuch an Weihnachten gehört für viele zum Fest.

Zwischen Event und der Ahnung von etwas anderem

Jeder zweite Deutsche will an Heiligabend in die Kirche

Berlin. Jeder zweite Deutsche will an Weihnachten einen Gottesdienst besuchen. Alle Jahre wieder gibt es in der Vorweihnachtszeit entsprechende Umfragen - das Ergebnis fällt meist ähnlich aus.

In diesem Jahr lieferte die Zeitschrift "Daheim in Deutschland" bereits im November die Zahl. 2008 vermeldete das Leipziger Institut für Marktforschung im Auftrag der "Leipziger Volkszeitung", dass mehr als die Hälfte der Deutschen einen weihnachtlichen Gottesdienst besuchen will; das Magazin "Cicero" kam, gestützt auf Forsa, zeitgleich auf 44 Prozent. Zum Vergleich: In der Osternacht sucht nur knapp jeder dritte Deutsche ein Gotteshaus auf.

Kirchenmitglieder bevorzugen?

Im vorigen Jahr forderten einige Politiker von Union und FDP, angesichts der übervollen Gotteshäuser, Kirchenmitglieder am 24. Dezember zu bevorzugen. Es war einer der jahreszeit-üblichen Umfragen der "Bild"-Zeitung unter bundesweit wenig bekannten Mandatsträgern.

Dass einer der Befürworter aus Berlin kam, überrascht nicht: Zwar ist die Hauptstadt als religionsfern verschrien, doch an Heiligabend "brummt" es in ihren Kirchen. Allein der "Berliner Dom", evangelische Hauptkirche der Stadt, bietet von 14.30 Uhr bis 23.30 sechs Gottesdienste an - allesamt mehr als gut besucht. Ähnlich voll oder überfüllt ist es in vielen Kirchen der Stadt.

"Passagen-Religiosität"

Von einem speziellen Festtags-Service für Kirchensteuerzahler ist in den beiden großen Kirchen dennoch nicht die Rede. Die Deutsche Bischofskonferenz stellt im vergangenen Jahr klar: "Als missionarische Kirche freuen wir uns über jeden, der die Weihnachtsbotschaft hören will." Doch ist der massenweise Besuch der Christmetten Ausdruck von einer besonderen Frömmigkeit?

Der Berliner Soziologe Hubert Knoblauch, Fachmann für die Theorie moderner Gesellschaften, spricht lieber von einer "Passagen-Religiosität". Wie Taufen oder kirchliche Eheschließungen werde auch der Kirchgang zu Weihnachten als Etappe geschätzt und habe als feste "Zeremonie" selbst für eher Kirchenferne noch eine Bedeutung.

"An Weihnachten kämpft das Christentum mit seiner Popularität"

Parallel dazu nahm laut Knoblauch der gesellschaftliche "Event-Charakter" des Festes der Geburt Jesu beständig zu: Adventsmärkte, musikalische Dauerberieselung sowie Lichterketten allerorten seien die wichtigsten Anzeichen dafür. "An Weihnachten kämpft das Christentum mit seiner Popularität", fasst Knoblauch zusammen.

Das Fest habe Formen angenommen, die - siehe Weihnachtsmann - "nicht von der Kirche, sondern der Populärkultur geprägt sind". Und zu dieser Populärkultur gehöre nach wie vor der Kirchenbesuch, wie das gemeinsame Essen in der Familie. Im Grunde sähen viele an Heiligabend in den Kirchen eine Art "Event-Organisator".

"Wir brauchen Stimmungen…"

Der Kölner Theologe Hans-Joachim Höhn hegt trotzdem Hoffnung. Die "seltenen Gottesdienstbesucher, die nur noch zur Christmette eine Kirche betreten", hätten sich möglicherweise eine Ahnung eines besseren Wissens bewahrt, meint er: "Wir brauchen Stimmungen, in denen wir uns öffnen für Wirklichkeiten und Werte, die sich nur von denen erfahren lassen, die sich darauf eingelassen haben." Und vielleicht besäßen dafür gerade die "fernen Kirchentreuen" ein Gespür.

Der Freiburger Religionssoziologe Michael N. Ebertz kommt beim Nachdenken darüber, warum viele Menschen an Weihnachten die Kirchen aufsuchen, auf ein weiteres Motiv, den Wert der Familie, "die - allem Krisengerede zum Trotz - vielen Menschen 'heilig'" sei. Gerade bei jüngeren Kirchenmitgliedern stehe der Gottesdienstbesuch an Weihnachten im Zusammenhang mit ihrer Familiensituation. Denn: "Wohnen im Haushalt Kinder, wächst die weihnachtliche Kirchgangsneigung - auch dann, wenn man sonst nichts mit der Kirche am Hut hat."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Weihnachten
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Umfragen und Studien

Text: Christoph Strack, Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Archiv
23.12.2009

Das aktuelle Interview

Bischof Genn ruft Gruppen und Gremien zu einem "Beraten im geistlichen Sinn" auf. Er ermuntert dazu, in den Gruppen mehr noch als bisher miteinander den Glauben zu teilen.

Erste Hilfe für die Seele

NRW-Notfallseelsorger in der Reisezeit besonders gefordert.

Trauerseelsorge

Hilfe in kritischen Lebenssituationen.

Ungebrochene Faszination

Vor 400 Jahren starb der italienische Maler Caravaggio

Wir beten für Sie!

Katharinenschwestern in Kinderhaus.

Glaubenswissen

Dogma: Vom Lehramt verkündete Offenbarungswahrheit.

Konflikte bewältigen

Ehe- Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster.

Gebet

Herr, lehre uns beten.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

29. Juli: Martha von Bethanien

Nach Jesu Tod und Auferstehung verliert sich die historische Spur der Martha von Bethanien.

Religiöse Schulwoche

Schule mal ganz anders.

Verbände

Bund Historischer Deutscher Schützenbruderschaften.

Tenhumberg-Stiftung

Hilfe für Schwangere in Not

Ehe- und Familienseelsorge

Kirchlich heiraten, Ehe und Familie leben, Kinder religiös erziehen: Unterstützung für Paare in allen Lebenssituationen bietet das Referat Ehe- und Familienseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Münster.

Heiligenlexikon

31. Juli: Heiliger Ignatius von Loyola.

Wallfahrtsorte

Warendorf: Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich in der Laurentiuskirche eine bewegliche und bekleidete Gliederpuppe, die die heilige Maria mit dem Kinde darstellt.

Geistlicher Impuls

Wer ist mein Nächster? - Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Immer mehr zu werden, was ich bin, das ist mein einziger Wille.
Friedrich Schleiermacher

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im Juli:
Frank Wietharn, Diakon

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Frank Wietharn
  wietharnkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand