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24.05.2012
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Bischof Felix Genn

Schwierige Entscheidungen musste Bischof Felix Genn im Bistum Essen durchsetzen. Der Strukturwandel der Diözese erforderte umfassende Sparmaßnahmen.

Strukturwandel im Bistum Essen

Sparen als Gesetz des Handelns

Bistum Essen. In einem Kraftakt musste das Bistum Essen in den vergangenen Jahren Strukturreformen und Sparmaßnahmen in allen kirchlichen Arbeitsfeldern durchsetzen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Seit der Gründung der Diözese 1958 ist die Mitgliederzahl von 1,5 Millionen Katholiken um mehr als ein Drittel auf heute 910.000 Katholiken zurückgegangen. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Folgt man den Prognosen, verliert die Diözese jährlich 16.000 Katholiken durch Abwanderung, Geburtenrückgang, Sterbeüberschuss und Kirchenaustritte.

Parallel zu dieser Entwicklung sind finanzielle Einsparungen notwendig geworden. Um die Überlebensfähigkeit des Bistums Essen zu sichern, mussten die Ausgaben um insgesamt 70 Millionen Euro zurückgefahren werden. Die Sparmaßnahmen, die Bischof Felix Genn durchsetzen musste, scheinen aber zu greifen: Erstmals sah der Haushalt 2008 nach langer Zeit keine Neuverschuldung mehr vor. Aus dem Bischöflichen Generalvikariat Essen hieß es: "Eine dauerhafte Kreditaufnahme ist der Kirche nicht erlaubt und führt zu unvertretbaren Einschränkungen des seelsorglichen Auftrags."

Mit Beginn seiner Amtszeit als Bischof von Essen 2003 begann Felix Genn, ein Zukunftskonzept zu entwickeln, um mittelfristig die Handlungsfähigkeit der Diözese zu sichern. Ein Ziel war die Neustrukturierung der Gemeinden: Von 2006 bis 2008 wurden die 259 Kirchengemeinden zu 43 Pfarreien zusammengelegt. Die neuen Pfarreien umfassen jeweils mehrere Gemeinden und zählen bis zu 41.000 Katholiken. Im Zug dieser Reform erklärte das Bistum 96 Gotteshäuser zu "weiteren Kirchen", was soviel bedeutet, dass für diese Kirchenräume keine weiteren finanziellen Zuweisungen mehr erfolgen. Mehrere Kirchen wurden bereits abgerissen, andere umgenutzt. Der Begriff "Weitere
Kirche" bedeutet aber nicht zwangsläufig deren Abriss.

Die Diözese musste auf allen Ebenen Personal abbauen. In Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung des Generalvikariats stellte die Bistumsleitung einen Sozialplan auf, der in Form von Dienstvereinbarungen auch in den Pfarreien angewandt wird. Dieser beinhaltet Maßnahmen wie Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen, Abfindungsvereinbarungen, Umschulungen und Vermittlung in eine Transfergesellschaft. Mit Hilfe dieser Instrumente gelang es, betriebsbedingte Kündigungen weitgehend zu verhindern. Nach den Sparbeschlüssen erwartet das Bistum Essen "ruhigere Zeiten". Die Folgen der aktuellen Finanzkrise sind allerdings noch nicht abzuschätzen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterStrukturwandel im Bistum Essen: Mitsorge statt versorgt werden (03.04.2009)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

Text: Johannes Bernard | Foto: Bistum Essen, Martin Engelbrecht
03.04.2009

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