
"Mitte und Höhepunkt des Lebens der Kirche": die Eucharistie.
Enzyklika zur Eucharistie
Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu
Vatikanstadt. Papst Johannes Paul II. hat einer Abendmahlgemeinschaft von Katholiken mit Christen anderer Konfessionen zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Absage erteilt. So wünschenswert der gemeinsame Empfang der Sakramente auch sei, setze er eine Kirchen- und Glaubensgemeinschaft voraus, die bislang noch nicht bestehe, betonte der Papst in seiner am Gründonnerstag 2003 veröffentlichten 14. Enzyklika seines Pontifikats.
Darin wird allerdings die Möglichkeit der Eucharistie-Spendung an Mitglieder anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften "unter besonderen Umständen" und in Einzelfällen eingeräumt, falls ein "schwerwiegendes geistliches Bedürfnis" vorliege. Das Lehrschreiben trägt den Titel "Ecclesia de Eucharistia" – über die Eucharistie in ihrem Verhältnis zur Kirche.
Es bestätigt auf 80 Seiten die katholische Lehre, wonach in der Eucharistiefeier Brot und Wein wesensmäßig in Leib und Blut Christi verwandelt werden. Die Eucharistie sei nicht nur ein "In-Erinnerung-rufen" sondern eine "Wieder-Vergegenwärtigung" des Kreuzesopfers Jesu, betonte der Papst in Anspielung auf das eher symbolische Abendmahlverständnis anderer Konfessionen.
Höhepunkt des Lebens der Kirche
Die Eucharistie sei "Mitte und Höhepunkt des Lebens der Kirche" und der Christen, heißt es in dem Schreiben. Daher sei ihr höchste Ehrfurcht und Verehrung entgegenzubringen. Der Papst bedauerte manche Missstände, die "den rechten Glauben und die katholische Lehre über dieses wunderbare Sakrament" verdunkelten. Insbesondere wandte er sich gegen einige an sich lobenswerte ökumenische Initiativen, deren eucharistischen Praktiken der kirchlichen Lehre oder Disziplin widersprächen. "Die Eucharistie ist ein zu großes Gut, um Zweideutigkeiten und Minimalisierungen zu dulden", so Johannes Paul II.
Die Verbindung mit Gott in der Eucharistie dürfe nicht von der Verantwortung des Menschen für die Welt mit ihren vielen Missständen und Bedrohungen ablenken. Ausdrücklich mahnte der Papst zum Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität in der globalisierten Welt sowie für den Schutz des Lebens.
Bindung an das Priesteramt
Mit Nachdruck stellte Johannes Paul II. klar, dass nur ein geweihter Priester die Messe feiern dürfe und mahnte zur strengen Beachtung der liturgischen Vorschriften und Normen zur Eucharistiefeier. Er warnte vor Missbräuchen im Zuge der Liturgiereform, die von einer falschen Auffassung von Kreativität und Anpassung herrührten. Das Mysterium der Eucharistie sei "zu groß, als dass sich irgendjemand erlauben könnte, nach persönlichem Gutdünken damit umzugehen".
Schließlich bekräftigte der Papst, dass Menschen vom Kommunionempfang ausgeschlossen seien, die "hartnäckig in einer offenkundig schweren Sünde verharren". Mehrfach forderte Johannes Paul II. in der Enzyklika zur Förderung der Ökumene auf und äußerte seine Hoffnung auf die christliche Einheit.
Interkommunion sei jedoch nicht möglich. Eine derartige Öffnung wäre "kein sinnvoller Weg und könnte sich vielmehr als ein Hindernis für das Erreichen der vollen Gemeinschaft erweisen". Gleichzeitig stellte der Papst klar, dass ökumenische Wortgottesdienste oder gemeinsame Gebetstreffen die sonntägliche heilige Messe nicht ersetzen könnten, an der teilzunehmen für die Katholiken Pflicht sei.
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Text
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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