
- Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat den neuen Bischof von Münster zur Kathedra geführt.
Dokumentiert:
Kardinal Meisner bei der Einführung von Bischof Genn
Bistum. Kardinal Joachim Meisner hat als Metropolit am Sonntag (29.03.2009) Bischof Felix Genn als neuen Bischof von Münster eingeführt. Dabei hielt er eine Ansprache, die kirchensite.de dokumentiert:
Lieber Bischof Felix, liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst, Herr Ministerpräsident, verehrte, liebe Schwestern und Brüder in Christus, dem Herrn hier im Dom und in den anderen Kirchen! Der Mensch eignet sich Gott nicht selbst zu, sondern er empfängt Gott in der Form eines Sich-Schenkens. Eine Sendung, in die man sich von allein hineinschickt, ist im Christentum nicht vorgesehen. Darum werden wir in wenigen Augenblicken das Berufungsschreiben des Petrus von heute, der Benedikt XVI. heißt, an Bischof Felix hören, in dem der Ruf auf den Bischofsstuhl des hl. Liudger nach Münster für uns alle hörbar wird. Das bischöfliche Dienstamt wird nicht genommen, sondern Kraft der Apostolischen Sukzession wird es übergeben.
Bei der Bischofsweihe legt sich der Weihekandidat sich nicht selbst die Hände auf, sondern das tun andere. Darum ist der Bischof zuerst immer ein Beschenkter. Er wird hineingegliedert in die geistliche Ahnenreihe, die bis hin zu den Aposteln und damit bis auf Christus zurückgeht und die wir die Apostolische Sukzession nennen. Darin wird der Bischof des Jahres 2009 an den Ursprung zurückgebunden, von dem aus ihm die unverbrauchten Kräfte des Anfangs zuströmen und zufließen. Ja, sein Amtscharisma besteht darin, den apostolischen Ursprung der Kirche zu vergegenwärtigen. Darum geschieht jeder bischöfliche Gottesdienst mit dem Ostergruß des Auferstandenen: "Pax vobis!" – "Der Friede sei mit euch!".
Liebe Schwestern, liebe Brüder, Kreuz und Auferstehung, der Wurzelgrund der Kirche, werden durch den bischöflichen Dienst vergegenwärtigt. Und indem dann der Bischof zur Bischofs- und Priesterweihe anderen die Hände auflegt, verlängert er den apostolischen Ursprung in die Gegenwart und in die Zukunft hinein und schließt die Mündung des Flusses seiner Quelle an, sodass er nie versiegt.
Liebe Schwester, liebe Brüder, dem Metropoliten der Kölner Kirchenprovinz ist es heute aufgetragen, diesen Anschluss an den apostolischen Ursprung gleichsam zu vollziehen, indem er den neuen Bischof von Münster zu seiner bischöflichen Kathedra führt. Von hier aus wird er dann dem Volke Gottes im Bistum Münster bei der Verkündigung des Wortes und bei der Feier der heiligen Geheimnisse vorstehen. Und hier von der Kathedrale aus wird er dann die Menschen in den Gemeinden des Bistums besuchen und mit ihnen gemeinsam auf dem gemeinsamen Pilgerweg über die Straßen der Welt dem himmlischen Jerusalem entgegenpilgern. Dazu lieber Bischof Felix wünschen wir dir: "Guten Weg!".
Joachim Kardinal Meisner
Erzbischof von Köln
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Text: ks
29.03.2009
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