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29.09.2016
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Judith Everding (re.), Vorsitzende des KFD-Diözesanverbands, im Gespräch mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks während des Festempfangs im münsterschen Rathaus.

Judith Everding (re.), Vorsitzende des KFD-Diözesanverbands, im Gespräch mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks während des Festempfangs im münsterschen Rathaus.

KFD im Bistum feiert 100-jähriges Bestehen

Dank für Vordenken und Bereitschaft zum Diskurs

Bistum. "Stolz auf Vergangenes – engagiert in die Zukunft." Unter diesem Motto feierte der münstersche Diözesanverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) am Samstag (05.03.2016) sein 100-jähriges Bestehen. Mit einem Festakt im münsterschen Rathaus startete der Verband gleichzeitig ein Jubiläumsjahr, in dem bis Oktober weitere Feierlichkeiten und zentrale Veranstaltungen folgen werden.

Mehr als 200 Frauen und zahlreiche Vertreter des Bistums Münster sowie aus Politik und Gesellschaft waren der Einladung zum Festakt gefolgt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bekannte zu Beginn ihres Gastvortags unter viel Applaus, dass auch sie seit dem vergangenen Sommer Mitglied in der KFD sei, nachdem sie eine Etappe des von dem katholischen Frauenverband organisierten Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit mitgegangen sei.

Kraft, Engagement, Durchhaltevermögen

"Welche Kraft, welch ein Engagement, welch ein Durchhaltevermögen!" resümierte Judith Everding, Vorsitzende des KFD-Diözesanverbands, mit Blick auf die vergangenen 100 Jahre. Viel sei erreicht worden, viel müsse noch getan werden. Ein Ziel bleibe: "Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Kirche und Gesellschaft".

Oberbürgermeister Markus Lewe bezeichnete die KFD als "starke und feste Institution im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt". Er erinnerte an die Gründungsphase: "Nach der Blutschlacht des Ersten Weltkriegs sind diese Frauen aufgestanden, um die sozialen und politischen Verhältnisse zum Besseren zu verändern." Auch heute stehe man mit der Flüchtlingskrise vor "epochalen Aufgaben, die wir mit dem Geist der Menschenwürde und christlichen Menschenliebe begleiten müssen". Lewe lobte das vielfältige Engagement der KFD in der Krise. "Sie als KFD-Frauen reden nicht über Flüchtlinge, sie sprechen mit ihnen."

Kollig würdigt größten Verband im Bistum

Pater Manfred Kollig, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat, sagte in seinem Grußwort, der Verband sei mit seinen 110.000 Frauen der mitgliederstärkste im Bistum. Mit Beharrlichkeit, Mut und Beständigkeit verfolgten die Frauen ihre Ziele: Sie unterstützten andere Frauen, engagierten sich auf politischer Ebene und träten für Frauenrechte ein. "Das Bibelprojekt, das Sie in den letzten Monaten in unserem Bistum durchgeführt haben, und die Tatsache, dass Sie in diesem Jahr Gastgeberin sind für den so genannten 'Tag der Diakonin', sind Belege der Bandbreite ihrer spirituellen und theologischen Arbeit", sagte Kollig.

Wenn es um kircheninterne Anliegen gehe, "vertreten Sie nicht immer zu 100 Prozent die Position der verfassten Kirche". Lese man aber heute die Überlegungen der KFD im Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Rolle und Verantwortung der Frau in der Kirche, so sehe man die Reform-Orientierung der KFD schon lange vor der politischen "Achtundsechziger-Bewegung". Kollig dankte den Frauen für ihre "Fähigkeit zum Vordenken" und ihre "Bereitschaft zum Diskurs".

Hendricks: Baumeister einer neuen Welt

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bekundete in ihrem Gastvortag, dass sie "froh und stolz" sei über die Position der Kirche in der Flüchtlingsfrage. Auch im Bereich des Klimaschutzes werde die Stimme von Kirche und Laien gebraucht. "Wir in Deutschland verschmutzen seit 200 Jahren die Atmosphäre mit Treibhausgasen aus fossilen Energieträgern", sagte sie. Wenn in Afrika die Dürren zunehmen und die Bauern ihre Familien nicht mehr ernähren könnten, suchten sie ihre Zukunft in Europa. Die Veränderungen der Umwelt hätten für Menschen in zahlreichen Gegenden der Welt verheerende existenzielle Folgen.

"Wir alle sind gemeinsame Baumeister dieser Welt. Wir können bestimmen, wie diese Welt aussehen soll. Barmherzig oder ignorant, gerecht oder ungerecht, friedlich oder gewalttätig", sagte Hendricks. Dass Veränderungen möglich sind, habe sie bei der Klimakonferenz im November 2015 in Paris erlebt, wo sich 195 Staaten auf das gemeinsame Ziel festgelegt hatten, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Nach diesem Erfolg dürfe man sich jetzt nicht allein auf neue Technologien verlassen, die das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas überflüssig machten. Jeder Einzelne müsse sich auf die Suche machen "nach einer Wirtschafts- und Lebensweise, die Wohlstand schafft und gleichzeitig die ökologischen Grenzen der Erde respektiert", sagte sie. Die Natur sei keine endlose Ressource "für unseren endlosen Durst nach Wohlstand. Sie ist ein Geschenk Gottes an alle Menschen und alle Generationen. Wir sind verpflichtet, dieses Geschenk zu pflegen und in einem guten Zustand weiterzugeben", sagte die Hendricks.

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