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07.12.2016
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Tagung

Sprachen über den demografischen Wandel (v.l.): Regierungspräsident Reinhard Klenke (Münster), Regierungspräsident Gerd Bollermann (Arnsberg), Professor Klaus Peter Strohmeier, Erzbischof Hans-Josef Becker, Präses Anette Kurschus, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (Detmold), Landessuperintendent Dietmar Arends, Prälat Peter Klasvogt, Bischof Felix Genn und Generalvikar Klaus Pfeffer.

Tagung der Regierungspräsidenten und Bischöfe

Kirchen und Staat: Demografie ist gemeinsame Aufgabe

Schwerte / Bistum. Vertreter von Kirchen und Staat in Westfalen wollen sich gemeinsam den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen. Bei einer Tagung am Mittwoch (04.02.2015) in Schwerte verabschiedeten die drei westfälischen Regierungspräsidenten sowie führende evangelische und katholische Geistliche eine Erklärung, in der sie sich angesichts rückläufiger Zahlen junger Menschen zu einer Zusammenarbeit verpflichten. So müsse es in den Bereichen Kindergärten, Schulen, Soziales, Jugendhilfe, Kultur, Flüchtlingsarbeit oder Denkmalschutz eine verstärkte Kooperation geben.

"Wir unterstützen und beraten Kommunen bei der Entwicklung eines ausgewogenen, leistungsstarken und erreichbaren Schulangebotes und fördern gezielt interkommunale Zusammenarbeit", heißt es in der "Schwerter Erklärung" der katholischen und evangelischen Kirchenleitungen und der Regierungspräsidenten. Beim notwendigen Rückbau kirchlicher Gebäude und deren Nachnutzung würden einvernehmliche Lösungen angestrebt. Dazu solle es regelmäßige Gesprächsforen und Regionalkonferenzen geben.

Die "Bitternis", Institutionen aufzugeben

Der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann rief dazu auf, den bevorstehenden Wandel vorauszudenken und auch "über die Bitternis" zu reden, welche Institutionen aufgegeben werden müssen. Wenn Kinder fehlten, müssten Kirchengemeinden und Kommunen gemeinsam attraktive Kindergärten schaffen. Auch mit Blick auf Kultur und Flüchtlingshilfe gelte es, bisherige eigene Angebote zusammenzuführen.

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer kritisierte, die demografischen Probleme würden unterschätzt. Für die Kirche stelle sich das Problem, dass sie "eine riesige Last von Gebäuden" habe, die sie nicht mehr benötige und finanzieren könne. Mit Blick auf historische Bauten mahnte er einen ehrlichen Dialog zwischen Kirche, Politik und Denkmalschutz an.

Genn: Behutsamer Umgang mit überzähligen Kirchen

Münsters Bischof Felix Genn plädierte für einen behutsamen Umgang mit überzähligen Kirchen, da an ihnen "viel Emotionalität" hänge. Für jedes einzelne Objekt müsse eine eigene Antwort für die Nachnutzung gefunden werden.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker nannte die Demografie ein Problem, das qualifizierte Antworten von verschiedenen Seiten verlange. Die westfälische evangelische Präses Annette Kurschus plädierte für familienfreundlichere Strukturen, damit Menschen wieder mehr Freude an Kindern hätten. Familie und Beruf müssten sich besser vereinbaren lassen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Ökumene
  3. undefinedPraxisbeispiel - auch bei der Tagung: Das Intergenerative Zentrum Dülmen (18.12.2014)
  4. undefinedAuch Caritas befasst sich mit dem demografischen Wandel (21.01.2015)

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: pd
05.02.2015

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