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27.06.2016
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In einer Moschee in Regensburg.

In einer Moschee in Regensburg.

Fünf Behauptungen - sachlich geprüft

FAKTENCHECK (5): Wollen Muslime sich nicht integrieren?

Auch Christen sorgen sich: Wie gefährlich ist der Islam? In einer Serie befasst kirchensite.de sich mit fünf gängigen Behauptungen gegen die Religionsgemeinschaft - und prüft sie sachlich.

Behauptung

Muslime wollen sich nicht in die Gesellschaft integrieren.

Nachgeprüft

Sicher gibt es Bezirke in deutschen Großstädten, die eher an Klein-Istanbul erinnern. Döner-Geschäft reiht sich an Handy-Laden, man hört kaum ein deutsches Wort. Hauptsächlich sind die Menschen hier türkischer Herkunft - und muslimisch. Von Ghettoisierung ist die Rede, von Parallelwelten. Genauso gut gibt es diese Viertel aber auch mit russischer, polnischer oder serbischer Couleur, dann mit anderen religiösen Hintergründen. Ihnen wirft man einen fehlenden Integrationswillen nicht vor.

Der neue Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung mit einer Sonderauswertung zum Islam zeigt, dass diese einseitige Sicht falsch ist: Viele der vier Millionen Muslime in Deutschland sind sehr wohl integriert. Die meisten orientieren sich der Studie zufolge stark an den Grundwerten wie Demokratie und Pluralität.

90 Prozent der hochreligiösen Muslime halten die Demokratie für eine gute Regierungsform. Die hier lebenden Muslime, die sich als ziemlich oder gar sehr religiös bezeichnen, überdenken zu 63 Prozent regelmäßig ihre religiöse Einstellung. 60 Prozent von ihnen stimmen gar einer Heirat von homosexuellen Paaren zu. Muslime zeigen sich in Deutschland fromm und liberal zugleich - und offener als die Mehrheitsgesellschaft.

Das Problem könnte ein missverstandener Begriff von Integration sein. Integration darf nicht heißen: Ich erkenne den anderen nur an, wenn er so wird oder so ist, wie ich es bin. Muslime können nicht zu Nicht-Muslimen werden und alles aufgeben, was ihnen wichtig ist. Ein Sinn für Pluralität ist nötig, Vielfalt muss zugelassen werden.

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Text: Kerstin Ostendorf, CAP | Foto: Michael Bönte
23.01.2015

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