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25.05.2016
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Der Koran.

Der Koran.

Fünf Behauptungen - sachlich geprüft

FAKTENCHECK (3): Fordert der Koran den "heiligen Krieg"?

Auch Christen sorgen sich: Wie gefährlich ist der Islam? In einer Serie befasst kirchensite.de sich mit fünf gängigen Behauptungen gegen die Religionsgemeinschaft - und prüft sie sachlich.

Behauptung

Der Koran ist klar, unmissverständlich und fordert den Dschihad.

Nachgeprüft

Ja, der Koran ist für Muslime klar und unmissverständlich. Von vielen Muslimen wird er für überzeitlich und unveränderlich gehalten, gültig für alle Zeiten und Orte. Bei ethisch schwierigen Textstellen führt das zu Problemen.

Eine historisch-kritische Exegese, wie sie das Christentum seit rund 100 Jahren kennt, steckt beim Islam noch in den Kinderschuhen. Eine Neuinterpretation und Anpassung an die heutigen Zeit- und Lebensumstände fällt vielen Muslimen schwer. Sie fürchten eine Verfälschung ihrer Schriften. Daher werden Textstellen mit dem historisch-kriegerischen Kontext der Entstehungszeit des Korans ungefiltert als noch für heute gültig empfunden.

Aber schon damals galt: Gewalt wird bejaht, um sich gegen Unrecht zu wehren. Die häufig zitierte fünfte Sure ist die Legitimation zur militärischen Verteidigung bei einem militärischen Angriff, nicht aber für einen Angriffskrieg gegen Ungläubige. Die Übersetzung von "Dschihad"  als "heiliger Krieg" ist falsch, auch wenn ihn Extremisten so interpretieren.

"Es gibt keinen Krieg, der heilig ist", sagt auch der münstersche Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide. "Das suggeriert einen religiösen Kampf, um den anderen zu zwingen, den Islam anzunehmen. Der Koran sagt aber in der zweiten Sure: 'Es gibt keinen Zwang im Glauben.' Es wäre geheuchelter Glaube, den Gott nicht nötig hat."

"Dschihad" meint wörtlich "Anstrengung". Bezogen auf den Krieg ist damit nur der Verteidigungskrieg, keinesfalls ein Angriffskrieg im militärischen Sinn gemeint. Im Dschihad könne nicht einfach jeder machen, was er will, sagt der christliche Islam-Experte Pater Christian Troll. Der eigentliche "Dschihad", so wie es auch der Prophet Mohammed sagte, ist die Auseinandersetzung mit den eigenen Schwächen, die Anstrengung mit seinem Inneren, die selbstkritische Reflexion. Pater Troll sieht darin den Weg, zu einem moralischen, gerechten und frommen Gläubigen zu werden.

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Text: Kerstin Ostendorf, CAP | Foto: Salih Ucar, Öffnet externen Link in neuem Fensterpixelio.de
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