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27.09.2016
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Steht die Islamisierung des Abendlands bevor?

Steht die Islamisierung des Abendlands bevor?

Fünf Behauptungen - sachlich geprüft

FAKTENCHECK (2): Ist der Islam eine Bedrohung?

Auch Christen sorgen sich: Wie gefährlich ist der Islam? In einer Serie befasst kirchensite.de sich mit fünf gängigen Behauptungen gegen die Religionsgemeinschaft - und prüft sie sachlich.

Behauptung

Der Islam war schon immer eine Bedrohung - man denke nur an die Türken vor Wien! Die Islamisierung des Abendlands steht kurz bevor.

Nachgeprüft

Historisch unbestritten führte das Osmanische Reich ab dem 15. Jahrhundert politische Eroberungszüge. Akzeptierten die Christen den neuen Herrscher, wurden sie als Minderheit mit gewissen, aber wenigen Rechten geduldet.

Doch nutzt das Argument in der aktuellen Debatte? Ist es sinnvoll, so weit in die Vergangenheit zu gehen, um eine aktuelle Gefahr des Islams zu beweisen? Wer so argumentiert, mischt politische und religiöse Kategorien und muss letztlich auf die eigene christliche Geschichte schauen: Kreuzzüge, Morde an Juden im Namen Gottes, Zwangsmissionierungen, Kolonialisierung … Die Liste wäre fortzusetzen - und das Christentum aus dieser Sicht ebenso gefährlich.

Von einer aktuellen Islamisierung Deutschlands sind wir weit entfernt. In Deutschland sind heute fünf Prozent der Bevölkerung Muslime: vier Millionen bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen. Darunter gibt es laut Bundeskriminalamt rund 1.500 gewaltbereite Salafisten, die als gefährlich eingestuft sind und unter ständiger Beobachtung stehen. Dass von diesen eine Gefahr ausgeht, ist nicht zu leugnen - darf aber auch nicht über Gebühr dramatisiert werden.

Absolute Sicherheit kann es nicht geben; auch das haben die Anschläge in Paris gezeigt. Doch eine diffuse Angst rechtfertigt nicht, eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht zu stellen.

Ein kurzer Ausblick in die Zukunft: Im Jahr 2030 werden in Deutschland 7,1 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens sein. Zu diesem Ergebnis kommen diverse Studien aus den USA, Österreich und Deutschland. Darin einberechnet sind langfristige Entwicklungen von Zuwanderung und demografischer Entwicklung. Auch die aktuell höheren Zuwanderungsraten verändern den Gesamttrend dieser Studien nicht. 7,1 Prozent sind ungefähr 5,5 Millionen Menschen.

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Text: Kerstin Ostendorf, CAP | Foto: Michael Bönte
20.01.2015

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