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17.10.2017
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Hugo Uebbing, Moderatorin Margret Nemann, Professor Dr. Matthias Sellmann, Bischof Franz-Josef Overbeck.

Diskutierten über Kirchenräume (v.l.n.r.): Hugo Uebbing, Moderatorin Margret Nemann, Professor Dr. Matthias Sellmann, Bischof Franz-Josef Overbeck.

Podium "Kirchen – Zentrum der Gemeinde" / Bischof Overbeck:

"Wir dürfen keine Konservatoren sein"

Münster. Als einen "Raum für Menschennot und Gottespräsenz" hat Essens Bischof Franz-Josef Overbeck die Kirche bezeichnet. Im Rahmen eines Podiumsgespräch über "Kirche – Zentrum der Gemeinde" während des Domjubiläums antwortete er am Samstagnachmittag (27.09.2014) auf die selbstgestellte Frage, wo und wie sich Kirche abspiele: "Ganz einfach: Beim Menschen und wo es menschlich zugeht."

Und menschlich sei sie, "wo sie berührt ist und berührt, wo sie zeitgemäß ist, auf die Vielfalt der Menschen nicht nur reagiert, sondern sie annimmt, wo sie sich als lernende Kirche zeigt, wo sie sich ihres grundlegenden Sendungsauftrags bewusst ist, wo sie Nähe ermöglicht und erfahren lässt und wo sie schlicht wirksam ist." Sich unter diesen Aspekten den renovierten St.-Paulus-Dom anzuschauen, würde "sicherlich spannend", sagte Overbeck, der von 2007 bis 2009 Weihbischof in Münster war und bis heute Ehrendomkapitular an Münsters St.-Paulus-Dom ist.

"Noch so schöne Domweihfeste"

Auf Dauer brächten "noch so schöne Domweihfeste" niemandem zum Glauben, war sich der Bischof sicher, "es sei denn, er erlebt die Kirche menschlich". Sonst jedoch "baut nicht der Geist die Steine, sondern die Steine bauen den Geist". Gläubige wie Verantwortliche dürften "keine Konservatoren" sein. Es gelte, Kirchen "architektonisch, kultisch und kulturell neu zu bauen".

Zur Wiederentdeckung der großen Chancen von Kathedralen und anderen Kirchen für die Städte und deren Bewohner animierte Professor Dr. Matthias Sellmann. Der Bochumer Pastoraltheologe wies darauf hin, das sich "säkulare Kathedralen" wie Shopping-Malls, Kinos, Wellness- und Freizeitanlagen bewusst an der Architektur, städtebaulichen Bedeutung sowie Menschen bewegenden und einenden Kraft christlicher Kathedralen orientierten. Sellmann ermutigte die Kirche, nun ihrerseits von den Erfahrungen dieser "domhaften Säkular-Architektur" zu lernen: "Sind unsere Kirchen Räume, in denen Menschen einfach gut sein wollen? Welche Emotionen ruft er auf? Welche Geschichte erzählt er, mit der ich meine eigene Geschichte womöglich verbinden kann?"

"Mehr Endorphine im Gottesdienst"

Bezogen auf Münsters St.-Paulus-Dom hätte er sich nach der Renovierung ähnliche mediale Angebote gewünscht, wie sie am Freitagabend (26.09.2014) bei den verschiedenen, kreativen Möglichkeiten des "Nachtlebens im Dom" zu erleben waren und die mehrere tausend Menschen bis tief in die Nacht angezogen hatten. Sellmann rief dazu auf, "das Potenzial des Doms voll auszufahren". Es sei wichtig, sich gesellschaftlich neu herausfordern zu lassen und die Kirchen nicht nur als Zentrum der Kirchengemeinde, sondern der ganzen Stadt, des Dorfes, als "Haus aller Bürger" zu verstehen. Gleichwohl könnten auch "unsere Gottesdienste ein paar Endorphine mehr gut vertragen".

Das unterstützte auch Hugo Uebbing, Moderator des Diözesanrats im Bistum Münster. Er wunderte sich darüber, dass in einer Fürbitte im Dom "immer für die Betenden, die dort Arbeitenden und Wirkenden" gebetet werde, nicht aber für alle anderen, die ihn besuchen und die in der Stadt leben. Es sei eine wesentliche Aufgabe der Kirche von Münster, "die Lebenswirklichkeiten der Menschen wahrzunehmen". Dazu gehöre es auch, deren Vielfalt in den Formen der Liturgie und anderer, kultureller Angebote in den Kirchen abzubilden.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: 750 Jahre St.-Paulus-Dom

Text: Markus Nolte | Foto: Markus Nolte
27.09.2014

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