
Ein kinderfreundlicher Pilgerweg gehörte für die 100 kleinen und großen Wallfahrer in Cloppenburg-Bethen zum Programm.
Mit Oma und Opa unterwegs
Wallfahrt mit Großeltern
Bistum. Zum ersten Mal pilgern an diesem Wochenende Großeltern mit ihren Enkeln nach Dülmen. Ihr Ziel: die Heilig-Kreuz-Kirche, in der sich das Grab der seligen Anna Katharina Emmerick und eine Gedenkstätte befindet. Eingeladen zu dieser Großeltern-Enkel-Wallfahrt hat die Gemeinde gemeinsam mit dem Emmerick-Bund.
Die Idee, Großeltern und ihre Enkel zu einer gemeinsamen Wallfahrt zu bewegen, ist nicht neu. In Kevelaer hatte vor sechs Jahren der damalige Kaplan Markus Trautmann die erste Großväter-Enkelsöhne-Wallfahrt initiiert. Heute ist der Priester Pfarrdechant in St. Viktor in Dülmen. "Im dritten Jahr kam auf Wunsch vieler eine Großmütter-Enkeltöchter-Wallfahrt hinzu", berichtet er von der Resonanz. Allerdings sei aus dem zarten Pflänzlein nie eine große Pflanze geworden, fügt er bedauernd hinzu. Doch hofft er gemeinsam mit dem Organisationsteam in Dülmen, dass sich die Wallfahrt zur seligen Anna Katharina anders entwickelt.
Auch im niederrheinischen Wesel-Ginderich findet zum dritten Mal eine Wallfahrt statt, bei der die Großeltern mit ihren Enkeln Glauben erfahren. Am Mittwoch (01.09.2011) hatten sich zum zweiten Mal im oldenburgischen Cloppenburg-Bethen die Generationen auf den Weg gemacht. Wie im Jahr zuvor begrüßte Wallfahrtsrektor Prälat Dirk Költgen knapp 100 Pilger in dem Marienwallfahrtsort.
"Entstanden ist die Idee aus den Seniorenwallfahrten", berichtet Angelika Giseke vom Referat Seniorenseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat. Eine alte Tradition mit neuen Elementen verbinden, das stelle die generationsübergreifende Wallfahrt dar. Gemeinsam unterwegs zu sein, Perspektiven zu wechseln und die Toleranz zwischen den Generationen zu erhöhen, waren Aspekte für Aufgaben, die an der für Kinderfüße geeignete Wegstrecke der Wallfahrt angeboten wurden. "Uns war es ein Anliegen, dass vor allem die jüngere Generation die kleinen und nah gelegenen Wallfahrtsorte als Kraftquelle entdeckt", erklärt Giseke. "Zudem kommen die Großeltern mit den Enkelkindern leichter in ein Gespräch über den Glauben, denn die Eltern sind heute nicht mehr durchgängig Kirchgänger. Großeltern haben oft mehr Zeit und auch mehr Wissen", hat sie beobachtet.
Die besondere Verbindung zwischen den beiden Generationen ist auch für Trautmann ein wichtiger Aspekt. "Kinder, die durchaus ein Interesse an Religion haben, können mit ihren Großeltern oft unbefangener über das Thema sprechen, denn sie pflegen eine grundsätzlich andere Beziehung zu ihren Großeltern als zu ihren Eltern", weiß er. Großeltern von heute seien mobil und aufgeschlossen. Das hat Giseke ebenso beobachtet. "Die Teilnehmer der Großeltern-Wallfahrt sind jünger als die der Seniorenwallfahrten. Es gibt einen deutlichen Unterschied." Zudem pilgerten die Großeltern gemeinsam mit ihren Enkeln. "Bei den Senioren-Wallfahrten gehen die Menschen vor allem für sich."
Dass eine Großeltern-Enkelkinder-Wallfahrt sich anders mit Themen auseinander setzt, versteht sich fast von selbst. "Es ist nicht einfach, jungen Menschen einen Zugang zur seligen Anna Katharina zu ermöglichen. Anknüpfungspunkt ist, dass auch Kinder Leiden wahrnehmen und mitfühlen. Das sind Emotionen, die sie aus ihrem Alltag kennen", erklärt Trautmann den Zugang. Zudem habe Anna Katharina Emmerick zu Lebzeiten eine besondere Beziehung zu Kindern gehabt.
Die Großeltern-Enkelwallfahrt "Ein Tag mit Anna Katharina" nach Dülmen beginnt am Samstag (10.09.2011) um 10.30 Uhr mit einer Heiligen Messe. Am Samstag (24.09.2011) um 14 Uhr lädt der Marienwallfahrtsort Ginderich Großeltern mit ihren Enkeln zum Motto "Gemeinsam auf der Spur" ein.
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Text: Michaela Kiepe | Foto: Nina Holstermann in
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