
Die Caritas kritisiert, dass immer mehr Müttter-Kind-Kuren zunächst abgelehnt werden.
Halbjahresbilanz der Beratung zu Mütter-Kind-Kuren
Caritas: Kassen sparen "auf Biegen und Brechen" an Kuren
Bistum. Scharf kritisiert der Diözesan-Caritasverband die Krankenkassen dafür, dass sie immer mehr Mütter-Kind-Kuren ablehnen. "Um Zusatzbeiträge zu vermeiden, sparen die Krankenkassen auf Biegen und Brechen", sagte Caritas-Referentin Maria Schumacher, wie die Caritas-Pressestelle am Dienstag (30.08.2011) mitteilte.
Laut Caritas wachse die Ablehnungsquote für Mutter-Kind-Kuren seit 2007 stetig. Im ersten Halbjahr 2011 sei sie deutlich auf im Durchschnitt 31 Prozent gestiegen. Eine Kasse habe gar 81 Prozent aller Kuren abgelehnt. Schumacher nannte dies "kurzsichtig". Eine verweigerte Kur bedeute in der Folge mehr Arztbesuche, höhere Medikamentenkosten und möglicherweise gar Krankenhausaufenthalte.
Widersprüche und Klagen
3.000 Frauen wandten sich den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2011 an die Kurberatung der Bistums-Caritas. Das seien elf Prozent weniger als im Vorjahr, jedoch sei der Beratungsaufwand um ein Viertel gestiegen. 1.566 Frauen beantragten eine Kur, 1.213 von ihnen konnten später tatsächlich in Kur gehen.
Ein Grund für den höheren Zeitaufwand sei gewesen, dass vermehrt Widersprüche gegen Ablehnungsbescheide nötig seien. Teilweise seien Krankenkassen dazu übergegangen, schon vor der Zusendung der Ablehnung die Frauen anzurufen und zu fragen, ob sie den Antrag aufrecht erhalten. Die Caritas rät, immer den schriftlichen Bescheid abzuwarten, um Widerspruch einlegen zu können. Wer gegen eine Ablehnung klage, habe in neun von zehn Fällen Erfolg. Offenbar setzten aber viele Kassen darauf, dass die Frauen nicht vor Gericht ziehen wollten und – etwa aus Gründen der Prozesskosten – könnten.
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Text: jjo, pd | Foto: Michael Bönte
30.08.2011
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