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23.05.2012
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Weihbischof Voß Stiftung gegründet

Andreas Wachtel (Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln) (von links), Heinz-Josef Kessmann (Diözesancaritasverband), Bischof Felix Genn, Klaus Winterkamp (Diözesancaritasverband), Josef Schlierkamp (Raphael-Förderschule für geistige Entwicklung) im Rahmen der Gründungsstunde.

Genn: "Mahnung und Herausforderung an die Christen"

"Weihbischof-Voß-Stiftung" gegründet

Bistum. "Weihbischof Josef Voß hat sich bereits ins Bistum eingestiftet und in das Bistum eingeprägt", würdigte Bischof Felix Genn das Wirken des 2009 verstorbenen Geistlichen. Im Rahmen des Gottesdienstes aus Anlass der Errichtung der "Weihbischof-Dr.-Josef-Voß-Stiftung" erinnerte der Bischof an das unermüdliche Engagement von Voß für die Armen der Gesellschaft und die Caritas.

Das Wort: "Gott ist die Liebe" sei die Basis seines Handelns gewesen, sagte Genn. Er erinnerte an das Engagement von Voß für die Menschen in den muttersprachlichen Gemeinden und für die vielen Migranten. Es gehe nicht darum, Voß ein steinernes Denkmal zu setzen. Das Handeln von Voß müsse eine Mahnung und Herausforderung an die Christen bleiben. Die Stiftung unter seinem Namen werde über das Grab hinaus bleiben. Dass er sein Leben und sein Hab und Gut den Armen gegeben habe, mache seinen Glauben deutlich.

Genn kritisiert PID-Entscheidung

Genn beklagte in seiner Predigt auch die Entscheidung des Deutschen Bundestages, die Präimplantationsdiagnostik (PID) zuzulassen, als schmerzliches Kapitel. Der Zweck dürfe niemals die Mittel heiligen, forderte Genn, selbst wenn die politische Entscheidung durch das Gebot der Nächstenliebe begründet würde. Gerade die Liebe Gottes werde Wege über das, was Technik schaffe, aufzeigen und das Leid derjenigen lindern, die sich unter schwierigen Möglichkeiten ein Kind wünschten.

Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann sagte in einer Feierstunde nach dem Gottesdienst, dass Weihbischof Voß auf das Engste mit der Caritas verbunden gewesen sei. Als ehemaliger Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes sei ihm "Caritas" zu einer inneren Haltung geworden. In Anerkennung und Dankbarkeit sollen die Erträge aus dem neuen Stiftungsfonds und Spenden entsprechend dem Stiftungszweck der Caritas Gemeinschafts-Stiftung für die Arbeit der Caritas in der Diözese Münster eingesetzt werden.

Eigener Stiftungsfonds

Unter dem Dach der Caritas Gemeinschafts-Stiftung für das Bistum Münster hat der Diözesancaritasverband die "Weihbischof-Dr.-Josef-Voß-Stiftung" als Stiftungsfonds errichtet. In den Stiftungsfonds ist das Erbe des Weihbischofs zu einem großen Teil eingeflossen. Der Diözesancaritasverband hat darüber hinaus Mittel zugestiftet, so dass eine Gesamtsumme von 160.000 Euro in die "Weihbischof Dr. Josef Voß Stiftung" eingeflossen sind.

Im Rahmen der Gründungsfeier, an der auch die Verwandten des Geistlichen teilnahmen, wurden bereits zwei Projekte aus der Region Coesfeld/Recklinghausen, dem früheren Wirkungskreis des verstorbenen Weihbischofs mit Spendengeldern gefördert: Mit jeweils 2.000 Euro wurde die Einrichtung einer Bibliothek an der Raphael-Förderschule für geistige Entwicklung in Recklinghausen und die Arbeit der Kinderschutzambulanz an der Kinderklinik in Datteln unterstützt.

Arbeit des Diözesancaritasverbandes unterstützen

Die 2004 gegründete Caritas Gemeinschafts-Stiftung im Bistum Münster hat das Ziel, die Arbeit des Diözesancaritasverbandes langfristig zu unterstützen. Dabei stehen Menschen im Mittelpunkt, die zum Beispiel durch Armut, Krankheit, Behinderung oder Arbeitslosigkeit in Not geraten sind. Im Rahmen einer Kampagne mit dem Titel "Experten fürs Leben" stellte die Caritas Gemeinschaftsstiftung 2010 die Senioren in den Mittelpunkt. 2011 förderte die Stiftung zehn Projekte mit mindestens je 2000 Euro, die sich die Verbesserung der Lebensqualität von Demenzkranken zum Ziel gesetzt hat.

In der zweiten Hälfte 2011 wird die Gemeinschafts-Stiftung die Caritasstandorte mit einem Preisausschreiben einladen, das Thema Inklusion aufzugreifen. Durch die Präsentation unterschiedlicher Projekte soll ein selbstverständliches und gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen unterstützt werden.

Vorsitzender der DBK-Caritas-Kommission

Diese karitative Arbeit unterstützt in Zukunft auch die "Weihbischof-Dr.-Josef-Voß-Stiftung": Voß hatte von 1974 an bis zu seiner Ernennung zum Weihbischof 14 Jahre lang den Vorsitz des Diözesancaritasverbandes inne. Auf der Ebene der deutschen Bischofskonferenz blieb er der Caritas-Arbeit in verschiedenen Ämtern so als Vorsitzender der Caritas-Kommission und der Migrationskommission eng verbunden. Er starb 2009 im Alter von 72 Jahren.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Josef Voß
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Caritas im Bistum

Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel
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