
Pater Titus Horten.
75. Todestag von Pater Titus Horten aus Vechta
Im Ruf der Heiligkeit
Vechta. Der Dominikaner Titus Horten aus Vechta ist vor 75 Jahren gestorben; er starb im Ruf der Heiligkeit als Gegner des Naziregimes.
Er wurde von den Menschen im Oldenburger Münsterland wie ein Heiliger verehrt: Der Dominikaner Pater Titus Horten aus Vechta, in den 20-er und 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts dort ein hoch geschätzter und viel gefragter Seelsorger. Er gab in der Ordensschule Unterricht, war für wirtschaftliche Belange verantwortlich, leitete einen Verlag und die Missionsverwaltung der Dominikaner. Aufgaben, die dem tief geistlichen Menschen nicht immer lagen. Zeitzeugen berichten jedenfalls übereinstimmend, dass er daneben eine tiefe Frömmigkeit ausstrahlte und dass ihn viele als Beichtvater suchten.
Nach der Machtübernahme der Nazis wurde Pater Titus 1935 wegen angeblicher Devisenvergehen verhaftet und angeklagt. In einem großen Schauprozess in Oldenburg wurde Pater Titus zu zwei Jahren Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Den Freispruch in seinem Berufungsverfahren konnte er nicht mehr erleben; die langwierige Gerichtsverhandlung und die strengen Haftbedingungen hatten ihn so schwer belastet, dass er mit 53 Jahren am 25. Januar 1936 im Gefängnis starb.
Sein Tod wurde im Oldenburger Münsterland sofort als Tod eines Märtyrers verstanden; bei der Beisetzung in Vechta folgten 6.000 Menschen seinem Sarg, ungeachtet aller Drohungen der Behörden.
Ein Prozess zur Seligsprechung wurde 1948 von Bischof Michael Keller eingeleitet. 2004 erkannte ihm der Vatikan die erste Voraussetzung für eine Seligsprechung zu, den so genannten heroischen Tugendgrad christlichen Lebens.
Die zweite Bedingung, eine unerklärliche Wunderheilung auf Fürsprache des Paters, schien auch erfüllt. Ein Mann aus dem Kreis Vechta war aus dem Koma erwacht, nachdem seine Angehörigen am Grab des Paters für ihn gebetet hatten. Der Vatikan hat diese Heilung inzwischen jedoch nicht anerkannt. Das Verfahren ist nun wieder offen.
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Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Archiv in
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