
Bischof Felix Genn bei seiner Predigt in St. Lamberti in Münster.
Silvester-Dankamt mit Bischof Genn
"Ich fürchte eine neue Selektion"
Bistum. Mit Nachdruck hat Bischof Felix Genn zum Schutz des ungeborenen Lebens aufgerufen. "Jeder, der dem Gott des Lebens durch Wort und Tat widerspricht", erweise sich als Lügner, sagte er am Freitag (31.12.2010) im Silvester-Dankamt in der münsterschen Stadtkirche St. Lamberti. "Deshalb gilt es umso mehr, dass wir als Kirche die Stimme erheben für das Zeugnis des Lebens."
In seiner Predigt erinnerte Genn daran, dass Bischof Clemens August Graf von Galen vor etwa 70 Jahren an gleicher Stelle ein "großartiges Bekenntnis zum Gott und Herrn des Lebens" geäußert habe. In der Zeit des Nationalsozialismus habe er in seinen Predigten in St. Lamberti die Folgen aufgezeigt, "die aus der Entscheidung entstehen, den Wert des Lebens von irgendwelcher menschlichen Entscheidung abhängig zu machen". Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten moderner Medizin stünden die Menschen heute vor einer ähnlichen Herausforderung. "Ich fürchte, dass auf neue Weise Selektion geschieht", sagte er mit Blick auf die Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik (PID).
Er wolle die Not von Eltern damit nicht gering schätzen, betonte der Bischof weiter. Aber er sehe die Gefahr eines Dammbruchs, der nicht aufgehalten werden könne. "Bei allem Bemühen um Grenzziehung, wo Ausnahmen möglich wären, bleibt grundsätzlich zu beachten: Der Mensch ist nicht Herr über das Leben, auch nicht Herr über den Embryo." Denn eine Gesellschaft, in der der Mensch entscheide, welches Leben gelebt werden dürfe und welches nicht, verliere ihre Menschlichkeit. Das Denken müsse vielmehr von dem "Wort des Leben" bestimmt sein, das gerade das schwächste Glied der Gesellschaft stütze. "Und das ist der Embryo."
Genn blickte in seiner Predigt zudem auf ein Jahr zurück, dass "das Zeugnis der Kirche sehr verdunkelt" habe. "Ein Jahr des Schreckens" sei es gewesen, "weil das Zeugnis für den Gott des Lebens angesichts des Missbrauchs junger Menschen durch amtliche Vertreter der Kirche schweren Schaden genommen hat". Der Bischof wiederholte seine Bitte um Vergebung, die er bereits in der Chrisammesse der Karwoche im Dom ausgesprochen hatte.
Auch die Diskussion um die strukturellen Veränderungen in den Gemeinden thematisierte Genn in seiner Predigt. Er könne die Furcht de Menschen vor dem Verlust ihrer angestammten kirchlichen Heimat gut verstehen. "Aber der Schmerz darüber, dass manches nicht so weitergehen kann, kann nicht das letzte Wort haben unter anderen gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Voraussetzungen." In Zukunft werde es viel mehr als früher drauf ankommen, dass jeder einzelne Christ Farbe bekenne, um dem Glauben Gesicht zu geben. Zudem müsse die Kirche gerade in dieser Situation als Einheit auftreten. "Es kann kein Gegeneinander von einzelnen Gemeinden geben, erst recht kein Gegeneinander zwischen Gemeinden und dem Bischof."
Genn bedankte sich schließlich für die vielen Schätze, die er als Bischof von Münster im vergangenen Jahr in seinem Bistum habe erleben dürfen. Dazu zähle er vor allem die Menschen, die "trotz aller Anfeindungen und Anfechtungen, trotz vieler Fragen und Nöte unerschütterlich am Glauben festhalten, sich in den Gemeinden engagieren, die Gottesdienste mitfeiern, Jungen und Mädchen in den Glauben der Kirche einführen".
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Die Predigt von Bischof Genn im Wortlaut
Dossier: Bischof Felix Genn
Kirche von A bis Z: Silvester
Dossier: Seliger Clemens August Graf von Galen
Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
31.12.2010
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de















Newsticker für Ihr Web