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29.08.2016
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn bei seiner Predigt in St. Lamberti in Münster.

Silvester-Dankamt mit Bischof Genn

"Ich fürchte eine neue Selektion"

Bistum. Mit Nachdruck hat Bischof Felix Genn zum Schutz des ungeborenen Lebens aufgerufen. "Jeder, der dem Gott des Lebens durch Wort und Tat widerspricht", erweise sich als Lügner, sagte er am Freitag (31.12.2010) im Silvester-Dankamt in der münsterschen Stadtkirche St. Lamberti. "Deshalb gilt es umso mehr, dass wir als Kirche die Stimme erheben für das Zeugnis des Lebens."

In seiner Predigt erinnerte Genn daran, dass Bischof Clemens August Graf von Galen vor etwa 70 Jahren an gleicher Stelle ein "großartiges Bekenntnis zum Gott und Herrn des Lebens" geäußert habe. In der Zeit des Nationalsozialismus habe er in seinen Predigten in St. Lamberti die Folgen aufgezeigt, "die aus der Entscheidung entstehen, den Wert des Lebens von irgendwelcher menschlichen Entscheidung abhängig zu machen". Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten moderner Medizin stünden die Menschen heute vor einer ähnlichen Herausforderung. "Ich fürchte, dass auf neue Weise Selektion geschieht", sagte er mit Blick auf die Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik (PID).

Er wolle die Not von Eltern damit nicht gering schätzen, betonte der Bischof weiter. Aber er sehe die Gefahr eines Dammbruchs, der nicht aufgehalten werden könne. "Bei allem Bemühen um Grenzziehung, wo Ausnahmen möglich wären, bleibt grundsätzlich zu beachten: Der Mensch ist nicht Herr über das Leben, auch nicht Herr über den Embryo." Denn eine Gesellschaft, in der der Mensch entscheide, welches Leben gelebt werden dürfe und welches nicht, verliere ihre Menschlichkeit. Das Denken müsse vielmehr von dem "Wort des Leben" bestimmt sein, das gerade das schwächste Glied der Gesellschaft stütze. "Und das ist der Embryo."

Genn blickte in seiner Predigt zudem auf ein Jahr zurück, dass "das Zeugnis der Kirche sehr verdunkelt" habe. "Ein Jahr des Schreckens" sei es gewesen, "weil das Zeugnis für den Gott des Lebens angesichts des Missbrauchs junger Menschen durch amtliche Vertreter der Kirche schweren Schaden genommen hat". Der Bischof wiederholte seine Bitte um Vergebung, die er bereits in der Chrisammesse der Karwoche im Dom ausgesprochen hatte.

Auch die Diskussion um die strukturellen Veränderungen in den Gemeinden thematisierte Genn in seiner Predigt. Er könne die Furcht de Menschen vor dem Verlust ihrer angestammten kirchlichen Heimat gut verstehen. "Aber der Schmerz darüber, dass manches nicht so weitergehen kann, kann nicht das letzte Wort haben unter anderen gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Voraussetzungen." In Zukunft werde es viel mehr als früher drauf ankommen, dass jeder einzelne Christ Farbe bekenne, um dem Glauben Gesicht zu geben. Zudem müsse die Kirche gerade in dieser Situation als Einheit auftreten. "Es kann kein Gegeneinander von einzelnen Gemeinden geben, erst recht kein Gegeneinander zwischen Gemeinden und dem Bischof."

Genn bedankte sich schließlich für die vielen Schätze, die er als Bischof von Münster im vergangenen Jahr in seinem Bistum habe erleben dürfen. Dazu zähle er vor allem die Menschen, die "trotz aller Anfeindungen und Anfechtungen, trotz vieler Fragen und Nöte unerschütterlich am Glauben festhalten, sich in den Gemeinden engagieren, die Gottesdienste mitfeiern, Jungen und Mädchen in den Glauben der Kirche einführen".

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Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
31.12.2010

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