
2009 haben rund 180 Schwangere mehr als ein Jahr zuvor eine Schwangerschaftsberatung aufgesucht.
Jahresbericht der Schwangerschaftsberatungsstellen
Die meisten suchten Hilfe wegen Geld-Problemen
Bistum. Die Zahl der Ratsuchenden in den Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas im Bistum Münster hat 2009 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt kamen 7.964 Frauen in die 15 Beratungsstellen, rund 180 mehr als im Vorjahr, wie der Diözesancaritasverband am Donnerstag (29.07.2010) in Münster mitteilte. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 3,3 Millionen Euro an Hilfen gewährt worden. Das sind 100.000 Euro mehr als 2008.
Auslöser für den Anstieg sei die Wirtschaftskrise gewesen, erläuterte Caritas-Referentin Anne Ruhe. Mit 70,9 Prozent hätten mehr als zwei Drittel der Frauen eine schwierige finanzielle Situation als Grund für den Besuch der Beratungsstelle genannt. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Anteil um 9 Prozentpunkte zu. "Die Familiengründung wird immer häufiger zum Risikofaktor." Es sei zu befürchten, dass durch die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen beim Elterngeld und im Bereich des Arbeitslosengelds II das Risiko noch zunehme.
Weiteres Problem: Arbeitslosigkeit
Über ein Viertel der Ratsuchenden habe Probleme aufgrund von Arbeitslosigkeit gehabt, so Ruhe. Entsprechend häufiger seien schwierige Wohnungssituationen und Überschuldung genannt worden. Die Zahl derer mit Problemen, Familie und Beruf zu vereinbaren, sei von 10,2 auf 14,5 Prozent gestiegen. "Alles hängt miteinander zusammen." Finanzielle Not setze Familien unter Druck und führe zu Spannungen in der Partnerschaft. Umgekehrt führten Trennungen häufig zu finanziellen Problemen.
Die Schwangerschaftsberatung in der Diözese Münster wird von der Caritas und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) geleistet. Die Mitarbeiter helfen auch bei Behördenkontakten und unterstützen bei der Wohnungssuche. Sie können in akuter Not Mittel aus der Bundesstiftung Mutter und Kind bewilligen. Daraus flossen 2009 laut Angaben 1,9 Millionen Euro. Knapp 1,3 Millionen Euro kamen aus einem Bischofsfonds, weitere 113.000 Euro aus kommunalen Mitteln und Spenden.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur Gmbh | Foto: Norbert Ortmanns
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