
Weihbischof Josef Voß im Gespräch mit Bischof Felix Genn.
Bischof Genn würdigt Weihbischof Voß:
Liebenswürdig und überzeugend
Bistum. Als "liebenswürdigen Mitbruder und überzeugenden Bischof" hat Bischof Felix Genn den am Mittwoch (16.12.2009) verstorbenen Weihbischof Josef Voß bezeichnet. Sein Leitwort "Deus caritas est" (Gott ist die Liebe) bringe die innere Haltung zum Ausdruck, die sein Wirken als Priester und Bischof inspiriert und sein Leben geprägt habe, schreibt Genn in einer Würdigung.
Weihbischof Voß habe "in der Nachfolge Jesu, der greifbaren und helfenden Liebe des Vaters", den armen und an den Rand gedrängten Menschen beigestanden und ihnen die Menschenfreundlichkeit Gottes bezeugt, erklärte der Bischof von Münster. Die ihm anvertrauten Gläubigen und alle, die ihn erlebt hätten, behielten Voß als "bescheidenen und lebensnahen, vor allem aber auch von tiefer Glaubensfreude erfüllten Seelsorger in dankbarer Erinnerung".
"Großherziger und hingebungsvoller Einsatz"
Weiter heißt es in der Würdigung: "Ich bin Weihbischof Josef Voß zutiefst dankbar für seinen großherzigen und hingebungsvollen Einsatz für das Heil der Menschen im Bistum Münster und der deutschen Kirche." Bis zuletzt habe er von sich selbst abgesehen und selbst in den Jahren schwerer körperlicher Leiden den Mut nicht verloren, sondern ein Zeugnis tiefen Gottvertrauens und froher Zuversicht gegeben.
Genn erinnerte an die unterschiedlichen Aufgaben, die Voß während seines priesterlichen und bischöflichen Wirkens ausgeübt hat: Das Zeugnis der Caritas habe in seinem Leben "einen besonders segensreichen Ausdruck gefunden" in den 14 Jahren seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes. Als Regionalbischof für die Region Coesfeld-Recklinghausen sei er von der Zuwendung Gottes zu allen Menschen, besonders aber zu den Benachteiligten und Hilfsbedürftigen geleitet gewesen.
"Streitbarer gefragter Anwalt für Migranten"
Hohes Ansehen weit über die Grenzen des Bistums und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hinaus hat Weihbischof Voß nach den Worten Genns dadurch genossen, dass er seit 1996 in seiner Eigenschaft als Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der DBK-Kommission für Migrationsfragen der Bischofskonferenz "ein äußerst kompetenter, streitbarer und bis zuletzt gefragter Anwalt für die Migranten und Flüchtlinge war". Genn betonte: "Er setzte die Würde und das Wohl des Menschen stets an die erste Stelle."
In dieser Spur liege auch sein "beherztes und unermüdliches Engagement" für die muttersprachlichen Gemeinden im In- und Ausland: Aus diesem Grunde habe ihn der Papst im Jahr 2006 in den Päpstlichen Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs berufen. "Die muttersprachlichen Gemeinden im Bistum Münster verlieren mit dem Tod unseres lieben Weihbischofs einen väterlichen Hirten und Freund", erklärte Genn weiter.
"Aufmerksam - liebevoll - geistlich"
Genn hob überdies hervor, dass Voß "in aufmerksamer, liebevoller und geistlicher Weise" viele Priester und Diakone begleitet und in ihrem seelsorglichen Dienst ermutigt habe. Diese Aufmerksamkeit für das Leben der Priester und seine persönliche Sorge um das brüderliche Miteinander gründeten bereits in seiner Tätigkeit als Direktor des Bischöflichen Collegium Borromaeum von 1971 bis 1974.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
17.12.2009
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