
Nach dem Segen erwartete Bischof Felix Genn die Teilnehmer des Jugendgebetsabends am Paradiesportal des Doms.
Jugendgebetsabend mit Bischof Felix Genn im St.-Paulus-Dom
"Bei Jesus geht mir das Herz auf"
Bistum. Bischof Felix Genn hat die Jugendlichen ermutigt, "an Jesus dranzubleiben". Wenn man im Gebet mit ihm spreche, wenn man sein Wort lese oder höre, "da steckt immer neu etwas drin", sagte der Bischof beim Jugendgebetsabend am Freitag (03.04.2009) vor rund 500 Jugendlichen im St.-Paulus-Dom in Münster.
"Ich habe mein Mikrofon bewusst ein Stück zur Seite gesetzt", erklärte Genn mit Blick auf eine Jesus-Ikone, die bei den Jugendgebetsabenden vor dem Altar des Doms steht. "Ich möchte mit euch auf ihn schauen. Das ist eigentlich meine Aufgabe als Bischof: Den Menschen Hinweise zu geben auf Jesus Christus. Er steht in der Mitte. Er ist die Mitte."
"Meine Hoffnung und meine Freude"
Genn griff das Lied auf, das die Jugendlichen zum Einzug gesungen hatten, "Meine Hoffnung und meine Freude, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht". "Kann man das heute noch sagen?", fragte der Bischof. Es gebe doch so viele andere Angebote zur Lebensgestaltung.
Ihn aber lasse Jesus nicht los, sagte Genn. "Ich habe keine Erscheinung gehabt, keine Stimmen gehört." Jesus sei gleichsam "auf zwei Beinen" zu ihm gekommen: in Gestalt seiner Eltern, im Religionsunterricht, in der Jugendgruppe, sogar im Gespräch mit Menschen, die nichts vom Glauben hielten. Bei Jesus "geht mir das Herz auf", bekannte der Bischof. "Am tiefsten erlebe ich das in der heiligen Kommunion." Da brauche er gar nichts zu tun, sie sei Geschenk.
Bei Jesus "habe ich mit jemandem zu tun, der das menschliche Leben kennt". Dieser Jesus lebe, betonte Genn: "Mein Herz geht mir doch nicht bei einer Leiche auf!" Dieses Wissen gebe "dem Leben eine ganz andere Farbe. Das Leben wird weiter, wenn ich mich in Beziehung begebe zu Jesus. Wenn ich mich auf ihn einlasse, habe ich Leben." Ermutigend fügte der Bischof an: "Wagt das doch!"
Jesus gebe ihm auch Hoffnung. Im vergangenen Jahr habe er einen Studienfreund begraben müssen, erzählte der 59-Jährige . Die Auferstehung Jesu aber verleihe ihm die Zuversicht, "dass es mit uns nicht eines Tages zu Ende ist".
"Ich habe nur mein Lied zu singen"
"Ich habe nur mein Lied zu singen", resümierte Genn: "Meine Hoffnung und meine Freude..." Er wünschte den Jugendlichen, dass auch sie das entdecken könnten und daran Freude fänden. An die jungen Leute gewandt sagte er: "Dass ihr auf seiner Spur geht, ist für mich der Beweis: Er ist immer noch ganz kräftig da! Für dieses Zeugnis danke ich euch."
In der Begrüßung hatte der Bischof unterstrichen, er freue sich, schon wenige Tage nach Amtsantritt die Gruppe zu treffen, die "die Zukunft des Bistums Münster prägen wird – und das seid ihr". Für diese Gruppe nahm Genn sich nach dem Segen ausgiebig Zeit: Am Portal des Doms erwartete er die Jugendlichen, schüttelte Dutzende Hände, hörte zu, fragte nach.
"Er kommt gut rüber", fand Jöran. Er gehörte zu einer Firmgruppe, die am Jugendgebetsabend teilnahm. Allein 85 Firmlinge waren wie Jöran aus Bocholt gekommen. Sarah aus Gronau-Epe war angetan: "Das war mal etwas anderes als sonst in der Kirche." "Lebhafter", ergänzte Kevin. Woran das gelegen habe? "An der Musik", sagte Tanja, ebenfalls aus Bocholt. Für die mitklatschbaren Neuen Geistlichen Lieder war die Band der Jugendkirche "effata!" aus Münster zuständig.
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Text: Jens Joest | Foto: Joachim Busch
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