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29.05.2016
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Jutta Bitsch.

Jutta Bitsch zeigt die Partitur ihrer neuen Komposition "Mit allen Augen – Schöpfungsoratorium".

Jutta Bitsch hat ein Schöpfungsoratorium komponiert

Musikalischer Einklang mit der Natur

Münster. Es ist eine dicke Partitur geworden. 80 Minuten Musik und Gesang werden es sein, wenn Sänger und Instrumentalisten die Notenblätter in die Hand nehmen, gemeinsam musizieren und die Komposition aufführen. "Ein wenig nervös ist man immer vor einer Aufführung. Ich bin zuversichtlich, dass alles klappt", sagt Jutta Bitsch.  Sie ist Kirchenmusikerin und Komponistin und hat wieder einmal ihre musikalischen Gedanken zur Papier gebracht, genauer gesagt am Computer Note für Note in die Partiturvorlagen gesetzt.

Entstanden ist eine klassische Orchesterpartitur: Violinen, Cello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Posauen, Pauken und Trompeten – vieles, was ein Orchester zu bieten hat, wird eingesetzt in dem Schöpfungsoratorium, an dem Jutta Bitsch ein Jahr lang arbeitete. "Es macht Freude, eine eigene Tonsprache zu entwickeln und sich der Fantasie hinzugeben. Eine Komposition braucht aber auch Disziplin. Manchmal ist es auch harte Arbeit."

Derzeit proben 30 Musiker von der Neuen Philharmonie Westfalen und 35 Sängerinnen und Sänger vom Kammerchor "canticum novum" das erzählend-dramatische Werk, das am 28. September in Münsters Heilig-Kreuz-Kirche uraufgeführt wird.

Gedanken zur Schöpfung

"Mit allen Augen sieht die Kreatur das Offene" – mit diesem Text von Rainer Maria Rilke, mit Versen aus der Bibel, mit Texten des Mystikers Nikolaus von Kues und des Gründers des Katholischen Bibelwerks, Fridolin Stier, sowie mit Aphorismen des Theologen Rainer Hagencord setzt sich das neue Werk auseinander. Der sowohl staunende als auch wachsame Blick auf die Vielfalt und Herausforderungen der Schöpfung kommt in dem Werk musikalisch zum Ausdruck. "Mit allen Augen" – das heißt für die 44-jährige Komponistin, auf die Geschöpfe zu blicken, auf Gottes schöne Natur und auf die Bedrohungen, die der Mensch der Schöpfung zufügt.

"Die Komposition ist hochaktuell, vielleicht sogar politisch. Die Aussagen sprechen für sich", sagt Jutta Bitsch. Inspiriert wurde die Musikerin durch die Zusammenarbeit mit dem Priester, Theologen und Biologen Rainer Hagencord, der in Münster das Institut für Theologische Zoologie leitet. Das Institut möchte mit der Uraufführung des Schöpfungsoratoriums ein Jubiläum feiern. Mit Forschung, Information und Engagement baut die Einrichtung seit fünf Jahren Brücken in eine Welt, in der der Mensch als Teil der Schöpfungsgemeinschaft wahre Fürsorge für die gesamte natürliche Mit-Welt übernimmt.

Die Musik von Jutta Bitsch ist auf Kontrast angelegt: Harmonisch angelegte Passagen stehen Reibungen in Klangschichtungen gegenüber, das teilweise sehr energisch gesprochene Wort dem gesungenen, meditativ dahinfließenden Gesang. Zum Jubel der Gesangstimmen gesellt sich der hinterfragende Kommentar des Sprechers.

Jutta Bitsch nutzt in ihrem Werk die verschiedenen Klangfarben eines sinfonischen Orchesters aus. Besonders eingesetzt wird das Schlagzeug: Mit Becken, Trommel, Klangholz, Regenmacher, Triangel, Windglocken, Röhrenglocken, Marimbaphon und Vibraphon werden Text-Aussagen unterstrichen. Gelegentlich sind es nur Wörter, die ausgerufen werden: Luchs, Biber, Braunbär, Kreuzotter, Feuersalamender, Kegelrobbe, Gottesanbeterin – Gottes Geschöpfe, die vom Aussterben bedroht sind. Unter diesem gerufenen Tierarten singt der Chor die Melodie des gregorianischen Hymnus "Veni creator spiritus" ("Komm, Schöpfer Geist). Tonale und atonale Musik wechseln sich ab.

Klassische und moderne Tonsprache setzt Jutta Bitsch ein, um Kontrast zu erzeugen: Das Lob Gottes und der Schöpfung zum Auftakt mit Psalm 104 (Ein Loblied auf den Schöpfer) und Jesaja 11 werden in "psalmodierenden" Motiven vertont.

Eigene Tonsprache

Die Komponistin weiß, dass ihre Musik nicht einfach, nicht jedermanns Sache ist. "Man muss seine eigene Tonsprache finden. Jedes Werk ist Ausdruck seiner Zeit. Von daher ist mein Oratorium modern, zum Teil atonal, also schräg, auch wenn ich nach klassischen Mustern komponieren kann."

Die Kirchenmusikerin mit A-Examen und Zusatzstudium im Fach Improvisation und Komposition setzt seit vielen Jahren Akzente mit neuen Werken der Kirchenmusik: Im Jahr 2000 gewann sie den Kompositionswettbewerb der Universität Mainz mit einer Vertonung des Johannes-Prologs für Bariton, Klarinette und Chor. In den letzten Jahren entstanden mehrere Oratorien: im Auftrag des Bistums Münster "Schwester Maria Euthymia – Ein Oratorium" (2001), das "Edith-Stein-Oratorium" zum Jubiläum "1200 Jahre Bistum Münster" (2005), das Oratorium "Fais le grandir", ein Kompositionsauftrag zum 350-jährigen Jubiläum der Augustiner Chorfrauen und der Schulen St. Michael in Paderborn (2008). Nicht zuletzt komponierte sie große Vertonungen für Chor und Orchester über den heiligen Benedikt und über den heiligen Petrus.

Wenn ihr Schöpfungsoratorium in Heilig Kreuz uraufgeführt wird, möchte sie ihr Werk einfach nur genießen. "An diesem Abend spiele ich nicht, ich singe nicht. Ich höre einfach zu. Das ist wunderbar", sagt die Komponistin.

Uraufführung:

Die Komposition von Jutta Bitsch "Mit allen Augen – Schöpfungsoratorium" wird am Sonntag (28.09.2014) um 18 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Münster uraufgeführt. Es spielt die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Michael Schmutte, den Chor bildet das "canticum novum". Weitere Ausführende sind Andrea Lauren Brown (Sopran), Georg Gädker (Bariton) und Gerald A. Manig (Sprecher). Der Eintritt ist frei – Spende erbeten.

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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
17.09.2014

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