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14.12.2018
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In einem gesonderten Raum wird das wertvolle Gewand präsentiert.

In einem gesonderten Raum wird das wertvolle Gewand präsentiert.

Entdecker-Tour: Stoffknäuel entpuppte sich als Messgewand

Die Kasel im Stadtmuseum in Werne

Werne. Einen besonders wertvollen Schatz präsentiert das "Alte Amtshaus, Karl-Pollender-Stadtmuseum Werne": eines der ältesten erhaltenen Messgewänder Westfalens.

Im Rahmen von Renovierungsarbeiten in der benachbarten St.-Christophorus-Kirche wurden 1995 auch archäologische Grabungen vorgenommen, denn die Innenstadtkirche blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie zählt zu den ältesten Kirchengründungen im Bistum Münster. "Zu Zeiten Liudgers, dem ersten Bischof von Münster, soll es in Werne schon eine Holzkirche gegeben haben. Bereits um das Jahr 1000 soll auf dem Kirchplatz ein steinernes Gotteshaus gestanden haben. Der romanische Bau wurde 1154 geweiht, und die Kirche hat im Wesentlichen 1509 ihre Gestalt erhalten, wie wir sie heute kennen", berichtet Heidelore Fertig-Möller. Sie leitet seit mehr als 30 Jahren das 1962 eröffnete Museum, das Exponate von der Vor- und Frühgeschichte bis in die 1970er Jahre präsentiert.

Bei den archäologischen Arbeiten, die Erkenntnisse hinsichtlich der Baugeschichte der Kirche brachten, fanden die Forscher das Grab eines Priesters. Neben seinem Körper befand sich ein Textilknäuel, braun und unscheinbar. Die Begutachtung ergab, dass es sich um ein spätmittelalterliches Messgewand, eine Kasel, handelte. Es wird allerdings 200 Jahre älter datiert als das Grab. Damit liegt die Vermutung nah, dass der Priester mit einem älteren Messgewand bestattet wurde.

Zwei Jahre arbeitete die Textilrestauratorin Sabine Heitmeyer-Löns aus Havixbeck an diesem Messgewand, von dem im Wesentlichen die Rückseite vorhanden ist. Die Untersuchungen ergaben, dass das Gewand aus kostbaren Geweben seiner Zeit gefertigt wurde. Die Kasel besteht aus vier Geweben: aus zwei Seidengeweben, von denen sich eines durch sein Streifenmuster aus dem bekannten Bestand hervorhebt sowie aus zwei so genannten "Kölner Borten". Sie bilden ein Gabelkreuz auf dem Gewand. "In der Entstehungszeit wurde Seide als rares Gut gegen Gold aufgewogen", berichtet Fertig-Möller.

Eine weitere Besonderheit ist die Ornamentik: Auf dem Gewand finden sich unterschiedliche Tier- und Fabelmotive wie Drachen, Löwen, Greif, Gazelle in immer wiederkehrender Folge. Aufgrund der Technik und verschiedener Mustermerkmale sei das Gewand auf das frühe 14. Jahrhundert zu datieren. Die Kasel gehört zu gleichen Teilen der Pfarrgemeinde St. Christophorus und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. "Seit neun Jahren gibt es einen eigenen Raum für unseren Schatz, denn das Gewand ist sehr empfindlich", berichtet Fertig-Möller. Dafür wurde das Stadtmuseum um das angrenzende "Wärmehäuschen", das in Besitz der Pfarrei ist, erweitert.

Somit schafften Kirche und Stadt gemeinsam optimale Rahmenbedingungen, das kostbare, hochempfindliche textile Kunstwerk auszustellen. "Viele Frauengruppen kommen, um sich dieses Gewand anzuschauen", berichtet Fertig-Möller.

Öffnungzeiten

Das Stadtmuseum Werne (Kirchhof 13) hat dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag ist ein Besuch nach Vereinbarung möglich und am Sonntag von 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.museum-werne.de

Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
17.08.2012

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