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25.08.2016
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Asmus Teller mit der Nachbildung eines Säbels – Erinnerung an die Zeit, als er noch eine Fechtschule in Vechta leitete. Jetzt setzt er sich in der Jugendarbeit auch für die Katholische Akademie Stapelfeld ein.

Asmus Teller mit der Nachbildung eines Säbels – Erinnerung an die Zeit, als er noch eine Fechtschule in Vechta leitete. Jetzt setzt er sich in der Jugendarbeit auch für die Katholische Akademie Stapelfeld ein.

Mit dem Säbel zu Jesus Christus

Asmus Teller wandte sich der Kirche zu

Vechta/Stapelfeld. Den Säbel über dem Gegner schwingen – dabei Grenzen und Regeln einhalten. Asmus Teller hat erst eine Fechtschule in Vechta geleitet, inzwischen sich auf pädagogische Angebote für Jugendliche verlegt. Beim Umgang mit Schwert und Säbel kam Asmus Teller ins Nachdenken; der strenge Marxist löste sich von seiner Weltanschauung und wandte sich der Kirche zu. Nach Ostern wird er in Stapelfeld in sie aufgenommen.

Asmus Teller kennt das Buch bis in die letzten Zeilen. Ein Mönch und ein Novize aus einem französischen Benediktinerkloster haben es geschrieben, eine Anleitung zum Fechten aus dem Jahre 1341. Beide Mönche machten sich auf den Weg in die Dörfer der Umgebung, zogen einen Esel mit mehreren Schwertern hinter sich her. Ihr Ziel: einfachen Menschen wie den Bauern das Fechten beizubringen. Ihre Erfahrungen flossen in diese Schrift, vor allem der Grundsatz: Fechten könne man für den Kampf lernen, aber auch als Waffenspiel – "um Kopf und Geist zu schärfen".

Von dieser Schrift berichtet Teller mit größter Begeisterung. Kein Wunder. Denn er ist inzwischen eine feste Größe in der Erlebnispädagogik im Oldenburger Münsterland, wird regelmäßig angesprochen, wenn Gruppen sich etwa durch Fechtsport neu finden wollen. Zum Beispiel in der Katholischen Akademie Stapelfeld, bei der Teller auch beschäftigt ist.

Dieses 700 Jahre alte Handbuch fasziniert Teller besonders. Und er setzt dessen Gedanken gern bei seiner Arbeit ein. "Wir haben diese Gedanken in den vergangenen Jahrhunderten alle schon einmal gekannt", betont er, "so etwas wie Sportlichkeit, Fairness, Ritterlichkeit." Leider hätten die Europäer das alles schlicht und einfach wieder vergessen.

Wie kam der 37-Jährige zu diesem Sport, der ihn inzwischen zum Pädagogen machte? Geboren bei Bremen, hatte Teller während des Studiums als Sportler Thai-Boxen, Taekwondo, Kick-Bocken und vieles mehr betrieben, "ich habe einfach alles gemacht", sagt er im Rückblick. Ende der Neunzigerjahre bildete ihn ein Meister aus Bratislava dann zum "Fechtmeister" aus. Fechten mit historischem Gerät wie Säbeln und Schwertern aus dem 16. Jahrhundert.

Teller war so fasziniert, dass er seine große Leidenschaft zum Beruf machte. Das Studium in Bremen – Lehrer für Politik, Deutsch und Sport – ließ er fallen, in Vechta gründete er mit einem Freund eine Schule: "Fechtschule Vechta – Schule für Bühnenfechten und historische Kampfkünste". Der Jung-Unternehmer musste sich einen Markt erobern, das war nicht leicht. So war er bei Aufführungen auf Freilichtbühnen, wenn Einzelkämpfe oder Schlachten darzustellen waren. Mühselig sei das gewesen, oft habe man 150 Stunden gearbeitet für sieben Minuten einer Kampfszene.

Aber sein Leben änderte sich bald. Vor sieben Jahren wandte sich das Jugendamt Vechta an ihn, suchte ihn als Begleiter für Maßnahmen mit jungen Männern. Teller scheute erst zurück vor der Verantwortung, ließ sich dann speziell ausbilden für den Umgang mit Jugendlichen.

Er war dann bereit, Wochenenden mit jungen Männern zu verbringen, brachte ihnen nah, dass kein Kampf ohne Grenzen und Regeln gelingen kann. "Leuchtende Augen beim Unterricht im Schwertkampf", die nehme er als Dank mit, so etwas habe er als Unternehmer ja auch nie erlebt.

Auch eine Lehrerin aus einer Ortschaft bei Vechta wandte sich an ihn; sie lernte bei ihm Fechten, hatte aber Probleme mit Kindern ihrer Schule. Asmus Teller holte das Dutzend Jungen zusammen, verbrachte Zeit mit ihnen im Schwertkampf. Im Rückblick sagt er: "Aus allen ist etwas geworden, alle haben ihren Weg gemacht."

Sein Eindruck: "Kampfsport für Jugendliche ist ideal. Denn es passiert von Gesicht zu Gesicht. Wenn der Lehrer das noch in Verbindung bringt mit den Idealen des Rittertums, das in jedem Jungen schlummert – dann ist der Erfolg vorgezeichnet."

Da konnte Asmus Teller wahrscheinlich Ähnliches erleben wie die beiden Benediktiner in Frankreich vor 700 Jahren.

Solche Projekte brachten ihn auf seinem Weg als Pädagoge voran. Endlich konnte er Menschen verändern, die Welt verbessern.

Früher wollte Asmus Teller das auf anderen Wegen. Während des Studiums war er Mitglied in einer marxistischen Diskussionsgruppe. Von Karl Marx hat er vieles gelesen, vor allem dessen Hauptwerk "Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie".

Eine anspruchsvolle Theorie, wie er zugibt. Die er aber auch bestätigt sah: Etwa, als es vor vier Jahren nach einer überhitzen Spekulation zu einem krachenden Zusammenbruch der Finanzmärkte kam. Im Kapitalismus war das Geld zu mehr geworden als zu einem reinen Tauschmittel, es lief eben doch nicht alles rund, so sein Eindruck.

Bei diesem Beobachten und Analysieren wollte Asmus Teller nicht stehenbleiben. Anders als die Freunde in der Diskussionsgruppe. Die Welt verändern? Nichts für sie. Teller jedoch war auf den Gedanken gekommen, aus dem trockenen akademischen Studium auszusteigen, seinen Fechtsport zum Beruf zu machen. Und er begann, über Jesus Christus nachzudenken.

Nichts Neues für den getauften Protestanten, der sich von der Kirche aber entfernt hatte. Bei der Diskussion marxistischer Schriften war ihm immer wieder aufgefallen: "Ein paar Lehren von Jesus sehe ich da wieder." Seine Freunde widersprachen mit wütendem Protest, Asmus Teller beschreibt sich inzwischen als einen auf andere Weise politischen Menschen.

War Jesus Christus vielleicht ein politischer Mensch? Asmus Teller lacht über die Frage und überlegt lange. Dann sagt er: "Er war beeindruckend. Weil er versucht hat, alle Menschen mit ins Boot zu nehmen, ohne jemanden zu vergessen. Wenn ich mir die Bergpredigt anschaue, dann hat er an alle gedacht, die es gibt."

Nachdenklich schließt Teller: "Das würde ich auch gern können, manchmal. Aber sicher war er kein Politiker im Wortsinn, kein Rebell." Beeindruckt habe ihn die Offenheit Jesu gegenüber seiner Umgebung, egal, bei wem er zu Gast war, bei Menschen, die er damit sofort beeindruckte.

Auch Asmus Teller ist nach einigen Monaten Vorbereitung beim theologischen Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld, Marc Röbel, beeindruckt. Und drückt es mit einem ungewöhnlichen Wunsch aus: "Ich hätte gern mit Jesus mal ein Bier getrunken und ihm an der Theke zugehört."

Im übertragenen Sinn wird es bald möglich sein. Asmus Teller wird kurz nach Ostern in die volle Gemeinschaft der Kirche aufgenommen, wird die Erstkommunion empfangen und gefirmt werden.

Dann ist er Jesus nah. Dann kann er auf ganz neuer Basis die Welt verändern. Und die hat es, so glaubt er, auch nötig: "Nach meiner Berufserfahrung – zehn Jahre Jugendarbeit – kann ich sagen: Es knackt an allen Ecken und Enden in Deutschland. Wenn ich da in Stapelfeld als Christ die Möglichkeit bekomme, die Welt besser zu machen, dann ergreife ich diese."

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