
Wie wird es ausgehen? Werden die Leute an der Tür freundlich sein? Werden sie spenden, den Kindern vielleicht auch Schokolade zustecken? Dieses Jahr war die große Frage vor allem: Wann hört der Regen auf? Dieser kleine Sternsinger aus Cloppenburg Sankt Andreas wusste das alles noch nicht, beim Gottesdienst, bevor er sich auf den Weg in die Gemeinde machte.
Wind und Wetter getrotzt und viel gesammelt
Sammelergebnis der Sternsinger in Oldenburg
Oldenburg. An hohen Ehren hat es nicht gemangelt: Sternsinger durften den Bundespräsident besuchen und an seinem Amtssitz Schloss Bellevue ihren Kreidespruch markieren. Sie wurden – Vertreter aus ganz Deutschland – von der Bundeskanzlerin zu einem Empfang eingeladen. Hier war sogar das Oldenburger Land dabei: Fünf Jugendliche aus Brake in der Wesermarsch vertraten dort das Bistum Münster. So weit die Ehren und das Auftreten in den Zentren.
Entscheidend blieb und bleibt aber der Zug der Sternsinger von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung. Das kann bei klirrendem Frost eine Leistung eigener Art sein; manche Gruppen sind dann dankbar, wenn sie für den Dienst in einem Altenheim eingeteilt sind und im Warmen von Zimmer zu Zimmer ziehen dürfen.
Dieses Jahr waren die Sternsinger zum Teil bei strömendem Regen unterwegs, einem Regen, der oft in die Gewänder eindrang und sie schwerer und schwerer machte.
Doch blieben die oldenburgischen Kinder und Jugendlichen mit aller Energie bei ihrem Einsatz; nur so ist das hohe Spendenergebnis von 569.000 Euro zu erklären. Kirche+Leben hat es durch eine Umfrage in den Pfarrgemeinden der Region erhoben.
Diese Summe wird seit Jahren in ähnlicher Höhe erreicht. Damit sind die Sternsinger inzwischen so weit mit ihren Ergebnissen, dass sie etwa das Spendenergebnis für das bischöfliche Hilfswerk Misereor am Osterfest dauernd übertreffen.
Im Oldenburger Land wurde besonders im Dekanat Vechta reichlich gespendet: 130.000 Euro kamen dort zusammen. Das ist nur knapp unter dem Ergebnis der drei Dekanate in Nordoldenburg, wo die Sternsinger jedoch unter erschwerten Bedingungen sammeln.
Die Sternsinger-Aktion hat sich zur weltweit größten Solidaritäts-Aktion von Kindern für Kinder entwickelt. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich das Spendenaufkommen in Deutschland fast verdoppelt. Träger sind das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Dachverband der katholischen Verbandsjugend, der BDKJ.
Während der Aktion rund um den 6. Januar ziehen Kinder von Haus zu Haus und bitten um Gaben für Kinder in Not. Sie verkleiden sich dabei nach den legendären drei Königen Kaspar, Melchior und Balthasar.
Das Sammel-Ergebnis der Sternsingeraktion im Oldenburger Land
2002: 390.000 Euro; 2007: 560.000 Euro; 2012: 569.475 Euro
Die Sammel-Aktion der oldenburgischen Sternsinger verzeichnet immer noch steigende Ergebnisse.
Ergebnisse der Dekanate
Cloppenburg: 68.650 Euro, Löningen: 45.652 Euro, Delmenhorst: 39.784 Euro, Damme: 107.474 Euro, Friesoythe: 85.531 Euro, Vechta: 130.630 Euro, Wilhelmshaven: 33.448 Euro, Oldenburg: 58.306 Euro.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bistumshandbuch: Sternsinger (Spenden-Ergebnisse im Bistum)
Kirche von A bis Z: Sternsinger
Übersicht: Sternsinger
Bistumsweite Sternsingeraktion gestartet: Friedensboten sollen Türen und Herzen öffnen (03.01.2012)
Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Gabriele Böhm in
Kirche+Leben
06.02.2012
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