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21.05.2012
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Vor dem Gefängnis kommen die Teilnehmer ins Gespräch.

Vor dem Gefängnis kommen die Teilnehmer ins Gespräch.

Unterwegs im Advent in Münster

Meditativer Gang am Rande des Weihnachtsmarktes

Münster. "Advent heißt auch, unterwegs zu sein." Mit diesen Worten begann Pfarrer Bernward Dykhoff am Donnerstag (01.12.2011) den ersten von insgesamt drei meditativen Adventsgängen in Münster. Zu dieser kleinen Wanderung, abseits des Weihnachtsmarktes, hatte die Pfarrgemeinde St. Lamberti und das Kirchenfoyer an der Salzstraße eingeladen.

Der Gang führte die Teilnehmer zum Gefängnis, wo Elke Karmann, eine der Organisatoren des Adventsweges, über die Justizvollzugsanstalt berichtete. Impulsfragen luden die Teilnehmer anschließend ein, über eigene Grenzen und "Gefängnisse" im Leben nachzudenken.

Den Gefangenen: Entlassung

"Der Geist ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde…" (Lk 4, 18). Mit diesen biblischen Worten kamen die Teilnehmer über das Gefängnis als ursprünglichen Ort christlicher Seelsorge ins Gespräch.

Was könnte Advent für die Menschen im Gefängnis bedeuten? Dieser Frage gingen die Teilnehmer im gemeinsamen Gespräch nach. Nach einem Psalmgebet setzte die Gruppe ihren Weg fort und beendete den adventlichen Gang mit einigen abschließenden Gedanken und Gebeten in der Martinikirche in Münster.

Geschichte des meditativen Adventsganges

"Wir möchten eine einladende und ansprechende Kirche sein und Orte suchen, wo Menschen angesprochen werden könnten", erklärt Pfarrer Dykhoff, als Initiator des Adventsganges. Die Idee für diese vorweihnachtliche Aktion bekam er, als er von einer Pfarrei in Deutschland las, die Ähnliches für Jugendliche angeboten hatte. So entstand vor einigen Jahren der Adventsgang für Erwachsene in Münster.

Die Besucher waren dabei bisher so unterschiedlich, wie die Orte, die besucht wurden. Manche haben von dem Angebot in der Zeitung gelesen und sind gekommen, andere haben durch Zufall davon erfahren. "Einmal war beispielsweise ein Mann dabei, der auf seine Frau gewartet hat, die beim Friseur war", erklärt Dykhoff. Quer durch alle Altersklassen haben Menschen in den vergangenen Jahren an diesem Gang teilgenommen. Zusammen mit Elke Karmann und Theresia Gevelmann werden auch in diesem Jahr wieder Knotenpunkte menschlichen Lebens im Advent besucht.

Noch zwei Angebote

Interessierte haben die Möglichkeit, sich am 8. und 15. Dezember jeweils um 16 Uhr in der Lambertikirche (unter der Orgel) zu treffen, um an dem circa 40-minütigen Gang teilzunehmen. Dies führt die Teilnehmer am 8. Dezember zur Synagoge und in der darauf folgenden Woche zur Raphaelsklinik.

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Text: Franzis Niehoff | Foto: Franzis Niehoff
01.12.2011

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