
Der Chor "Family Singers" hat sich in Goch und Umgebung durch die Aufführung zahlreicher biblischer Musicals bereits einen Namen gemacht.
Das echte Gefühl von Weihnachten
Musical für Weihnachten
Goch. Dieses Musical braucht keine moderne Fassung. "Denn die Weihnachtsgeschichte ist zeitlos, und ihre Aspekte sind immer auch in die Gegenwart zu übertragen", sagt Daniel Verhülsdonk. Der Gocher ist neben Katja Bodden und Manuel Hermsen Ideengeber für das diesjährige Weihnachtsmusical des Chors "Family Singers" aus Pfalzdorf (Goch). Er ist davon überzeugt, dass dieses Musical "das echte Gefühl der Weihnacht vermittelt".
Mehr als 140 Sänger, Musiker und Schauspieler, vorwiegend aus dem Raum Goch, bringen ihre Zeit, ihre Stimmen und ihre Tatkraft in das Musical mit dem Namen "Immanuel" ein, das am 18. Dezember um 15 Uhr auf der Gaesdonck uraufgeführt wird. "Dieser Name verbindet das Alte wie das Neue Testament, er deutet die Beziehung zwischen Sohn und Vater sowie zwischen Mensch und Gott", sagt Verhülsdonk.
In nunmehr fünf Jahren haben sich die "Family Singers" aus Goch-Pfalzdorf einen bekannten Namen erarbeitet. Ihre Erfolgsgeschichte, die 2006 mit der Aufführung der Ostergeschichte begann, wurde mit weiteren Aufführungen zu Weihnachten abgerundet.
Den Akteuren liegt eines am Herzen: Sie wollen ausdrücklich kein Krippenspiel auf die Bühne bringen. Ihnen geht es darum, Musik und Schauspiel in Einklang zu bringen, dramatische Szenen herauszuarbeiten und die Menschen durch Ausdrucksstärke der Darsteller zu bewegen. Starke Emotionen wie Zweifel, Gottvertrauen, Angst, Offenbarung oder Schuldgefühle spielen ihre ganz eigene Rolle. Sowohl vor mehr als 2000 Jahren als auch in alltäglichen Situationen der Christen heute. "Wir haben uns gefragt, ob die Weihnachtsgeschichte für ein Musical zu wenig dramatisch ist und ob man moderne Elemente hinzufügen muss", sagt Verhülsdonk, Theologe und Kirchenmusiker.
Das Team hat sich dagegen entschieden, weil ihrer Meinung nach in der Weihnachtsgeschichte viele Themen verborgen sind, die die Menschen auch heute noch berühren. "Man muss sie nur deutlich herausarbeiten", meint Verhülsdonk.
Deshalb haben Katja Bodden, Manuel Hermsen und Daniel Verhülsdonk den Fokus auf drei dramatische Szenen gelegt: Erster Höhepunkt ist der Moment, als Maria erfährt, schwanger zu sein und Josef im Begriff steht, sie zu verlassen. "Eine Situation, in der Zweifel aufkommen, die unsere heutige Gesellschaft ebenfalls kennt", sagt Verhülsdonk. Doch Maria vertraut auf Gott. Der Engel ebnet den Weg für sie und Josef. Der zweite Konfliktpunkt ist der Aufbruch in die Geburtsstadt, die beschwerliche Reise sowie die Herbergssuche. "An dieser Stelle klagt der Engel Gott an. Er zeigt uns auf, dass nicht nur der Mensch Gottverlassenheit empfindet", sagt der Autor. Mit dem Kindermord zu Betlehem ist die dritte Szene herausgearbeitet worden.
Herodes ist die tragische Figur des Musicals. Er kann sich von seiner Gier nicht lösen. Sein Machtstreben sowie die symbolische Geldversessenheit oder der Wissenschaftsdrang der Heiligen Drei Könige treffen dann im freudigen Höhepunkt des mehr als zwei Stunden dauernden Musicals zusammen.
"Weihnachten ist kein Kommerz. Weihnachten sind wir selbst", sagt Verhülsdonk auf die Frage, "was die Zuschauer mitnehmen". Gott zwinge die Menschen nicht, sich für das Gute zu entscheiden. "Das müssen sie freiwillig tun." Das Musical regt in seiner Emotionalität zur Besinnung auf das eigene Handeln an.
"Gemeinschaft zu erfahren", sagt Petra Hermsen, die neben ihrem Sohn Manuel an der Spitze der "Family Singers" steht, "regt mich an, mich zu engagieren. Wer es mit dem Glauben ernst meint, will ihn auch verkünden", sagt sie.
Gerade die Begegnungen im Glauben während der Probenarbeit verliefen intensiv. Man erlebe die Weihnachtsgeschichte auf eine tiefe und bewegende Weise. Ihr Fazit: "Weihnachten ist dann, wenn alle ruhig werden und wirklich zuhören können."
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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in
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