
Schwester Gabi Frodl, Leiterin des St.-Elisabeth-Hospizes in Datteln, entzündet eine Kerze am Modell des Emmaus-Labyrinths.
Palliativnetzwerk
Den Tagen mehr Leben geben
Recklinghausen. Dies Vitae" – Tage des Lebens" nennt sich das neu gegründete Palliativnetzwerk Ostvest. "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben zu geben" zitieren die Initiatoren in ihren Informationen die Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin, die 2005 verstorbene englische Ärztin Cicely Saunders. Die Bewältigung dieser Herausforderung haben sich die Aktiven des Netzwerks im Kreis Recklinghausen zur Aufgabe gemacht.
Ein wichtiger Meilenstein ist jetzt erreicht. Am Samstag (12.11.2011) findet die festliche Grundsteinlegung des neuen Elisabeth-Hospizes im Garten des St.-Vincenz-Krankenhauses in Datteln statt. Im April vergangenen Jahres wurde der Verein von Mitarbeitern aus den stationären und ambulanten Einrichtungen der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie im Ostvest unter Vorsitz des Mediziners Martin Holtmann – damals im St.-Vincenz-Krankenhaus tätig – und Schwester Gabi Frodl, Leiterin des alten und neuen St.-Elisabeth-Hospizes Datteln, gegründet. Nun wirbt das Palliativnetz um weitere Mitglieder.
Die Menschen werden immer älter. Mehr Krankheiten können geheilt oder behandelt werden. "Auf die Frage, welche Hoffnungen sie mit ihrer letzten Lebensphase verbinden, antworten viele Menschen: 'Ich möchte in Würde sterben.' Gemeint ist damit vor allem: Frei von Schmerzen, in einem vertrauten Umfeld und im Kreis von Verwandten und Freunden", weiß Schwester Gabi Frodl. Die Gründe, warum dieser Wunsch im Alltag häufig unerfüllt bleibe, seien vielfältig. "Einerseits sind die Themen Sterben und Tod in unserer Gesellschaft immer noch tabu. Andererseits fehlt es Betroffenen und Angehörigen oftmals an zentralen Informationen über vorhandene Hilfsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote. Hier setzt das Angebot des Palliativnetzes Ostvest ein", sagt Schwester Gabi.
Die Initiative koordiniert die Arbeit von allen Einrichtungen und Berufsgruppen, die sich in der Region Ostvest der Behandlung und Betreuung schwer kranker Menschen widmen wie das St.-Vincenz-Krankenhaus Datteln, das St.-Laurentius-Stift Waltrop, speziell palliativmedizinisch ausgebildete Hausärzte, Onkologen, Palliativstationen, Sozialdienste, ambulante Pflegedienste, der ambulante Hospizdienst und als stationäres Hospiz das St.-Elisabeth-Hospiz in enger Zusammenarbeit mit der Caritas, der Diakonie sowie katholischen und evangelischen Seelsorgern. Das koordinierte Zusammenspiel der verschiedenen Fachkräfte soll garantieren, dass schwer kranke Betroffene und ihre Angehörigen jederzeit die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Das bezieht sich auf die medizinische Versorgung, aber auch auf psychische Unterstützung und die Vermittlung von Hilfsangeboten.
Wichtige Aufgaben in der Versorgung von kranken Menschen in der letzten Lebensphase würden allerdings nur unzureichend unterstützt, so Schwester Monika. Eigeninitiative sei notwendig. "Eine Spende oder Mitgliedschaft bei 'Dies Vitae' hilft", wirbt sie. Jeder, der Schwerkranke betreut habe und schweren Herzens Abschied von geliebten Menschen nehmen musste, wisse kompetente Unterstützung zu schätzen. In den meisten Fällen stehen Hausärzte und Sozialdienste zur Seite. Wird weitere Hilfe benötigt, ist das Palliativnetz Ostvest der richtige Ansprechpartner. Deshalb ist das Palliativnetzwerk täglich 24 Stunden erreichbar unter Tel. 02363 / 65622.
Aktion
Nach der Grundsteinlegung des St.-Elisabeth-Hospizes am 12. November 2011 laden Caritas International und der Caritasverband Datteln zur Aktion "Eine Million Sterne" ein. Um 16.30 Uhr wollen die Veranstalter im Emmaus-Labyrinth des St.-Vincenz-Krankenhauses mit dem Entzünden von 700 Kerzen ein Zeichen der Solidarität setzen. Der Erlös aus dem Verkauf von Streichholzbriefchen (3 Euro) kommt einem Projekt für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Bolivien sowie dem St.-Elisabeth-Hospiz in Datteln zugute.
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Text: Petra Pospiech | Foto: Petra Pospiech in
Kirche+Leben
11.11.2011
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