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21.05.2012
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Menschen können Trost schenken. Doch ist die Musik für manche eine weitere Kraftquelle.

Menschen können Trost schenken. Doch ist die Musik für manche eine weitere Kraftquelle.

Trauerpastoral

Der Seele Raum geben

Coesfeld. Zum ersten Mal organisiert Schwester Monika Niehues im Coesfelder St.-Vincenz-Hospital ein Trostkonzert. "Auf die Idee bin ich im Rahmen einer Fortbildung zum Thema 'Trauerpastoral' des Bistums Münster gekommen", erzählt die Krankenhausseelsorgerin, die der Kongregation der Schwestern Unserer lieben Frau angehört. Ein Jahr lang hat sie sich mit 24 anderen Krankenhausseelsorgern – Priestern, Diakonen und Pastoralreferenten – weitergebildet. "Die Mischung war gut, denn es gab völlig unterschiedliche Herangehensweisen an die Themen Tod und Trauer", beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Schwester Monika bietet im Krankenhausalltag ihre Unterstützung Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern an. "Häufig sind unsere Mitarbeiter betroffen. Denn die Erfahrungen, die sie während der Arbeit machen, docken oft an eigene Erlebnisse an. Sie werden ständig mit der Trauer konfrontiert", hat die Ordensfrau beobachtet. Der Faktor Zeit spiele dabei eine besondere Rolle. "Denn jeder hat bei der Trauerarbeit einen eigenen Zeitrahmen", sagt die 58-Jährige.

Das Thema Trauer muss nicht immer mit dem Tod eines Menschen zusammenhängen. "Der Umgang mit Trauer beginnt schon im Kindesalter – wenn ein Spielzeug defekt ist, beim Abschied vom Kindergarten und vielem mehr", nennt Schwester Monika Beispiele. Für sie spiele die Musik – besonders die von Wolfgang Amadeus Mozart – in solchen Situationen eine große Rolle. "Musik ist eine Kraftquelle. Sie hilft häufig auch unseren Patienten, vor allem in der Nacht. Die Not bleibt zwar, aber man kann Kraft sammeln", hat sie beobachtet. Deshalb stehen jeder Station transportable CD-Player zur Verfügung.

Musik sei Seelsorge. "Sie kann etwas in mir zum Schwingen bringen, das vielleicht ein Mensch nicht erreicht, der mich tröstet", erklärt Schwester Monika, die seit 1987 als Krankenhausseelsorgerin tätig ist und seit 1997 in Coesfeld arbeitet. Wissenschaftlich erwiesen sei beispielsweise, dass Musik in der Schmerztherapie und bei Brustkrebspatientinnen helfe. "Es gibt Momente, da kann ich nichts mehr in Worte fassen. Da ist alles leer und schal."

Nicht trostlos

Die Idee, im November – "in diesem traurigen, aber nicht trostlosen Monat" – ein Trostkonzert zu veranstalten, hat Schwester Monika bei der Opernsängerin Njieri Weth abgeschaut. "Sie hat diese einzigartige Konzertform erfunden", berichtet sie. Das Konzert soll ein Geschenk sein an alle Menschen, denen die Trauer in vielfältiger Form nicht fremd ist.

Unterstützung fand sie in Heinz-Josef Holthaus. Er leitet den "Kleinen Chor". Zudem wirken drei Flötistinnen mit. Gemeinsam haben sie Chorliteratur und Texte durchgeschaut und geeignete Stücke gefunden. Auf dem Programm des Trostkonzerts stehen vor allem hoffnungsvolle Lieder, überwiegend geistliche Literatur. "So kann man mit dem Schöpfer Gott in Verbindung bleiben oder kommen." Da das Krankenhaus nur über eine kleine Kapelle verfügt, findet das Trostkonzert im Foyer statt, in dem auch regelmäßig in einer Feier die Krankensalbung gespendet wird. "Das Foyer ist das Kernstück des Krankenhaus. Ich habe die Möglichkeit, etwas in diesen Kern zu pflanzen, von dem aus es nach außen streuen kann."

Trostkonzert:

Das Trostkonzert findet statt am Sonntag (06.11.2011) um 17 Uhr im Foyer des St.-Vincenz-Hospitals in Coesfeld. Es singt der "Kleine Chor" unter der Leitung von Heinz-Josef Holthaus. Zudem spielt ein Querflöten-Trio.

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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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