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17.11.2018
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Annette Buckting (Stadt Rheinberg) Schirmherrin Marie-Luise Fasse, Karin Becker (Denkmalschutz Stadt Rheinberg), Franz-Josef Stiel (Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg), Dieter Paus (Stadt Rheinberg) und Heinz-Willi Coopmann (Verein zum Erhalt der St.-Anna-Kapelle) halten das neue Totenglöcklein (von links).

Annette Buckting (Stadt Rheinberg) Schirmherrin Marie-Luise Fasse, Karin Becker (Denkmalschutz Stadt Rheinberg), Franz-Josef Stiel (Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg), Dieter Paus (Stadt Rheinberg) und Heinz-Willi Coopmann (Verein zum Erhalt der St.-Anna-Kapelle) halten das neue Totenglöcklein (von links).

Kapelle von 1555

Das Totenglöcklein läutet wieder

Rheinberg. So war es früher am Niederrhein: Zum Seelenamt waren die Verstorbenen in der Pfarrkirche aufgebahrt. Auf dem Gang zum Grab läutete die Totenglocke. Eine uralte niederrheinische Tradition, die auf Rheinbergs Friedhof am Annaberg wieder auflebt. Immer mehr Hinterbliebene lassen den Sarg zum Seelenamt in die Kirche bringen. Und dann begleitet die Glocke der altehrwürdigen St.-Anna-Kapelle, auf einem Hügel über dem Friedhof gelegen, die Verstorbenen auf dem letzten Weg zur Grabstätte.

Diese Tradition war in den letzten Jahrzehnten verstummt: Das Glockenseil war nicht mehr vorhanden, und die Glocke hatte einen Sprung. Bei der jüngst durchgeführten Dachsanierung kam eine böse Überraschung hinzu. Das Holz des kleinen Dachreiters war morsch geworden. Originalgetreu ließ die Stadt nun den kleinen Turm nachbauen und orderte gleich eine neue Glocke.

Wie alt die bisherige Glocke war, ist unbekannt. Wohl aber, wie alt die Kapelle auf dem Friedhof ist: 1555 wurde sie urkundlich erstmals erwähnt, 1633 zerstörten niederländische Truppen das Gebäude, 1733 entstand es als kleine Kapelle mit einem schlichten Dachreiter. 1833 wurde der Friedhof um die Kapelle verlagert. Bis dahin hatten die Beisetzungen auf dem Kirchhof um die St.-Peter-Kirche stattgefunden.

Der im März 2008 neu gegründete Verein zum Erhalt der St.-Anna-Kapelle unterstützt die Stadt als Eigentümerin. "Die Stadt macht die Pflicht, wir die Kür", sagt Beisitzer Heinz-Willi Coopmann. Was soviel heißt wie: Der Verein schmückt die Kapelle aus.

Inzwischen wurde die wohl 130 Jahre alte Grablegungsfigur in der alten Grotte restauriert, Auszubildende des Bergwerks West stellten das alte Gitter wieder her, die Esco-Salt ermöglichte mit einer großzügigen Spende den Fortgang der Restaurierung. Die Stadt Rheinberg sorgte für die neue Glocke, von einem Mönch der Benediktiner-Abtei Maria Laach gegossen.

Die Glocke ist dem heiligen Vitus gewidmet. Der ist Patron der Jugendlichen und Epileptiker, der Gastwirte, Apotheker, Winzer, Schauspieler, Bierbrauer, Küfer, Bergleute, Kupferschmiede und Landsknechte, der Stummen und Tauben und der Haustiere.

"Heiliger Vitus beschütze uns" steht auf dem Kranz der bronzenen Glocke, die Pfarrer Hubert Peters feierlich segnete, bevor sie in den Turm der Kapelle kann. Die Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg sponserte die Elektrifizierung der Glocke, die heute aus der Leichenhalle oder der St. Anna-Kirche funkferngesteuert läutet. Diakon Karl-Heinz Hügen schmunzelt: "Die läutet so schnell, so schnell können wir gar nicht laufen."

Kapelle wird angestrahlt

Demnächst wird die altehrwürdige Kapelle in der dunklen Jahreszeit von außen mit modernster LED-Technik beleuchtet und so weithin sichtbar sein. Auszubildende der Esco-Salt schaffen für Ältere und Behinderte ein Geländer hinauf auf den Hügel. Und der barocke Altar wird im kommenden Jahr dank der Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg restauriert werden. Die Volksbank Niederrhein unterstützt mit einer großzügigen Spende Aufbau und Beleuchtung des Geländers, der Landschaftsverband Rheinland die Außenbeleuchtung.

So lässt die Kapelle auf dem Annaberg nicht nur die alten Traditionen wieder aufleben, sondern sie erstrahlt auch in neuem Glanz.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Tod und Trauer

Text: Peter Bußmann | Foto: Peter Bußmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
31.10.20111

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