
Bischof Felix Genn.
"Im Alltag Zeugnis des Glaubens ablegen"
Bischof Genn lobt Katholiken im Oldenburger Land
Vechta. Bischof Felix Genn hat eine positive Bilanz seiner mehrtägigen Visitation im Offizialatsbezirk Oldenburg gezogen. Überall im niedersächsischen Teil der Diözese sei er auf Menschen getroffen, die als katholische Christen ihre Kirche und die Gesellschaft mitgestalten wollten, sagte Genn am Donnerstag (08.09.2011) vor Journalisten in Vechta. Er kündigte an, er werde seine Besuche in den acht Dekanaten des Offizialatsbezirks bald fortsetzen.
Genn lobte vor allem das ehrenamtliche und karitative Engagement der Katholiken in der Region. Das gelte sowohl für den Bereich Südoldenburg, wo 80 Prozent der Bevölkerung Katholiken sind, als auch für den Nordteil, in dem nur etwa jeder Fünfte katholisch ist. Beeindruckt habe ihn auch das Netzwerk der Caritas, etwa als Träger von Krankenhäusern. Daneben habe er besonders in Frauen- und Jugendgruppen der Kirche Menschen kennen gelernt, die zur Mitgestaltung beitrügen. Genn hob den Bereich der Katechese hervor, wo es nie zuvor so viele Engagierte gegeben habe, die Kindern und Jugendlichen den Glauben vermittelten.
Laien sollen mehr Verantwortung für Gemeindeleben übernehmen
Der Bischof rief die Katholiken im Oldenburger Land auf, sich noch stärker in die Gesellschaft einzubringen. Er warnte zugleich vor einer Rückzugsmentalität. Es dürfe nicht dazu kommen, dass die Gemeinden "so binnenkirchlich werden, dass sie sich nur noch um sich selbst drehen". Eine besondere Aufgabe der Amtsträger in der Kirche sei es deshalb künftig, die Christen darauf hinzuweisen und darin zu bestärken, dass sie auch im Alltag ein Zeugnis ihres Glaubens ablegten.
Ähnliches gelte auch für die Gestaltung der Pfarrgemeinden, so Genn. Hauptaufgabe der Pfarrer werde es in Zukunft sein, untereinander zu kooperieren und so dafür Sorge zu tragen, "dass möglichst viele Christen mit ins Boot genommen werden". Die wiederum werden nach Worten Genns mehr Verantwortung als bislang für eine funktionierende Gemeindearbeit und Pastoral übernehmen.
Auswirkungen auf Priesterausbildung
Er selbst werde dafür sorgen, dass die Fähigkeit zur Kooperation wichtiger Bestandteil einer modernen Priesterausbildung werde, sagte Genn. Den Priesterbestand in den Gemeinden des Oldenburger Lands bezeichnete der Bischof als gut. Im oldenburgisch-niedersächsischen Teil des Bistums Münster war durch Weihbischof Heinrich Timmerevers seit 2004 eine Strukturreform durchgeführt worden, bei der die ursprünglich 124 Gemeinden zu 40 zusammengelegt werden. Diese Reform ist so gut wie abgeschlossen.
Der Offizialatsbezirk Oldenburg mit seinen rund 267.000 Katholiken erstreckt sich über 5.400 Quadratkilometer von der Nordseeinsel Wangerooge bis Damme im Süden. Organisiert wird es vom Offizialat in Vechta aus, dem seit 2001 Weihbischof Heinrich Timmerevers vorsteht.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
08.09.2011
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