
Hauptzelebrant und Prediger bei der Telgter Kutschenwallfahrt ist in diesem Jahr Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck – hier vor der Gnadenkapelle.
Predigt und Peitschenknallen
Kutschenwallfahrt an Christi Himmelfahrt in Telgte
Telgte. Predigt und Peitschenknallen, Gottesdienst und Grillwurststand – es ist die bunte Mischung, die den Charme der Telgter Kutschenwallfahrt ausmacht. An Christi Himmelfahrt finden sich wieder rund 100 Pferdegespanne auf der Planwiese in den Emsauen der Münsterländer Wallfahrtsstadt ein. Kutscher, Fahrgäste sowie Tausende Schaulustige treffen sich zu Gottesdienst, Andacht und Umzug.
Organisiert wird die Wallfahrt vom Reit- und Fahrverein "Gustav Rau" aus Westbevern, der Stadt Telgte und der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien. Um Punkt 11.30 Uhr beginnt die Messe unter freiem Himmel auf der Planwiese. Hauptzelebrant und Prediger ist in diesem Jahr Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Nach einer Mittagspause und einer kurzen Andacht wird die Bühne vom Altarraum zum Podium für die Jury umfunktioniert, die die schönsten und originellsten Pferdegespanne prämiert. Gegen 15.00 Uhr schlängelt sich dann der Kutschenkorso durch die historische Altstadt. Zahlreiche Zuschauer verfolgen diese prächtige Prozession vom Straßenrand aus.
Pferdegewieher während der Predigt
Nicht nur aus dem Kreis Warendorf und dem Münsterländer Umland, sondern auch aus dem Kölner und Osnabrücker Raum sowie dem Emsland und dem Sauerland kommen die Kutschen zu dem Treffen nach Telgte. Trotz bedecktem Himmel und ungewöhnlich kalter Witterung waren es 2010 immerhin 96 Gespanne. Diesmal sind die Wetteraussichten günstiger. Deshalb rechnet Mitorganisator Hermann-Josef Schulze Hobeling mit mehr Beteiligung an dem Korso rund um die Wallfahrtskirche Sankt Clemens und die dazugehörige Kapelle der Schmerzhaften Mutter.
Während die Gläubigen auf der einen Seite unter dem Laubdach eines Pappelhains die Messe feiern, grasen auf der anderen Seite die Zugpferde der Gespanne auf der Wiese und warten ungeduldig auf die Weiterfahrt durch die Telgter Innenstadt. An lautem Pferdegewieher und Hundegebell während der Predigt darf sich niemand stören. Die Telgter Kutschenwallfahrt, die seit 1988 jährlich zu Christi Himmelfahrt stattfindet, verbindet Volksfrömmigkeit und Volksfest. Und natürlich kommen dabei auch die Pferdeliebhaber und Kutschenfans auf ihre Kosten.
Sportliche Gespanne und historische Gefährte
Sportliche Gespanne reihen sich hier an historische Gefährte. Mini-Ponys mit einem Stockmaß von 70 Zentimetern sind ebenso vertreten wie die großen schwarzen Friesen, die es auf 1,80 Metern bringen und wie Riesen wirken. Sanftmütige Haflinger stehen neben kraftstrotzenden Kaltblütern.
Im vorigen Jahr war sogar ein Muli als Zugtier mit von der Partie. Besonderes Highlight war damals eine knallgelbe Postkutsche, Baujahr 1894. Ihr Besitzer aus Greven investierte rund 1.000 Arbeitsstunden, um das Gefährt wieder originalgetreu herzustellen. Als Lohn der Mühen präsentierte er das Gespann bei der Wallfahrt - selbstverständlich standesgemäß in blauer Postillionsuniform.
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Text: Andreas Dunker,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
01.06.2011
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